Von "Relative" bis "Absolute Return"

Detlev Landmesser

Stand: 24.02.2012, 16:15 Uhr

Was exakt ein "Absolute" oder "Total Return" ist, definiert jede Fondsgesellschaft anders. Doch die Kernaussage ist eindeutig.

Der klassische Ansatz der Investmentfonds ist der "Relative Return". Diesen bieten Fonds, die sich eng an einem Vergleichsindex orientieren, also etwa ein deutscher Standardwertefonds am Dax. Schneidet der Fonds nachhaltig besser ab als diese so genannte Benchmark (Messlatte), ist das ein objektiv nachprüfbarer Hinweis auf die Qualität des Fondsmanagements. Das Problem: Auch rote Zahlen sind ein "relativer Return". Mit dem transparenten Qualitätsmaßstab besitzen Relative-Return-Fonds auch ein eingebautes Verlustrisiko. Der Hinweis, dass der Fonds besser als seine Benchmark abgeschnitten hat, ist also zuweilen nur ein schwacher Trost.

Ein "Absolute Return" bedeutet eine positive Kursentwicklung oberhalb der Nulllinie. Fonds mit diesem Etikett sollen am Ende eines Anlagezeitraumes mindestens eine schwarze Null schreiben, und zwar unabhängig von der Marktverfassung. Das wird durch eine besondere Konstruktion versucht, die Absicherungsinstrumente wie Futures oder Optionen einschließt. Außer bei Garantiefonds ist aber ein Kapitalerhalt nicht verbindlich garantiert: Es gibt durchaus Absolute-Return-Produkte, die im Minus notieren.

Eine zweite Traditionslinie um den Begriff "Total Return" leitet sich aus dem Rentenfondsbereich ab. "Total" ist der "Return", weil die Fonds aus beiden Ertagsquellen des Anleihemarktes schöpfen, nämlich Zinskupon und Kursgewinn. Diese Kombination soll ebenfalls eine positive Wertentwicklung sichern. Mittlerweile sind aber die begrifflichen Unterschiede zwischen Absolute und Total Return weitgehend eingeebnet, so dass zuweilen auch Aktienfonds den Begriff "Total Return" im Namen tragen.