FAQ - Frequently Asked Questions

FAQ So läuft der Handel mit Optionen ab

Stand: 12.07.2018, 14:30 Uhr

Sich gegen Kursschwankungen absichern oder mit ihnen spekulieren – für beides eignen sich Optionen. Die wichtigsten Fragen rund um den Optionshandel klären wir hier.

Mit ihnen lassen sich Kursschwankungen absichern – aber eben auch spekulieren: Optionen sind mittlerweile bei vielen Anlegern beliebt. Ein gewisse Risikobereitschaft und Erfahrung sollten Anleger für den Optionshandel allerdings mitbringen – sonst kann es schnell böse enden.

Die wichtigsten Fragen zum Optionshandel und was Optionen von Optionsscheinen unterscheidet:


Was sind Optionen?

Was ist der Unterschied zwischen Call- und Put-Optionen?

Wie wird die Optionsprämie bestimmt?

Wo kann ich Optionen kaufen?

Was ist der Unterschied zwischen Long und Short?

Was unterscheidet Optionen und Optionsscheine?

Was sind Optionen?

Optionen bilden einen Basiswert ab: Das kann eine Aktie, ein Index, eine Währung, Anleihe oder ein Rohstoff sein. Weil Optionen eine vorher festgelegte Laufzeit mit Verfallsdatum haben, wird der Handel mit ihnen auch "Termingeschäft" genannt.

Wer eine Option kauft, sichert sich damit das Recht, den Basiswert nach Ablauf der Laufzeit zu einem bestimmten Preis (Basispreis) zu kaufen oder zu verkaufen. Doch wie der Name schon sagt, hat der Käufer eben eine "Option". Das heißt: Er muss sein Recht nicht nutzen.

Damit er diese Möglichkeit hat, zahlt der Käufer eine Prämie an den Verkäufer der Option. Der Verkäufer wird "Stillhalter" genannt. Anleger können beide Positionen, also die des Options-Inhabers oder die des Stillhalters übernehmen.

Grafische Darstellung von

Option. | Bildquelle: boerse.ARD.de, Grafik: boerse.ARD.de

Beispiel: Peter kauft eine Verkaufsoption auf auf eine Aktie der Firma X. Sie ist heute 25 Euro wert. In einem Jahr könnte er sie genau für diesen Preis an den Stillhalter verkaufen. Ein Jahr später ist es soweit: Die Option wird fällig.

Möglichkeit 1: Der Basiswert, also die Aktie, ist von 25 Euro auf 20 Euro gefallen. Peter stört das nicht: Er hat sich gegen den Kursverlust abgesichert. Er nutzt jetzt seine Option und verkauft die Aktie für 25 Euro an den Stillhalter.

Möglichkeit 2: Die Aktie ist innerhalb des Zeitraums von 25 Euro auf 30 gestiegen. Jetzt ist es für Peter sinnlos, sein Verkaufsrecht zu nutzen. Schließlich kann er seine Option auch verfallen lassen - und die Aktie am Kapitalmarkt zum höheren Preis als dem Basispreis verkaufen.

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Was ist der Unterschied zwischen Call- und Put-Optionen?

Mit Optionen kann auf fallende oder steigende Kurse gesetzt werden. Wer glaubt, dass eine Aktie in Zukunft fallen wird, kann eine Verkaufsoption auf die Aktie kaufen. Das nennt sich Put-Option. Falls der Aktienkurs fällt, kann er die Aktie während der Laufzeit an den Stillhalter zu einem höheren Preis verkaufen, als sie dann eigentlich wert ist.

Wer glaubt, dass eine Aktie im Wert steigen wird, kauft eine Kaufoption auf diesen Basiswert – also eine Call-Option. Dann kann er sie zum gegebenen Zeitpunkt günstiger vom Stillhalter kaufen, als sie eigentlich wert ist.

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Wie hoch ist eine Optionsprämie?

Die Höhe einer Prämie wird entsprechend dem Basispreis, der erwarteten Kursentwicklung des Basiswerts und dessen Volatilität sowie der Laufzeit berechnet. Der Käufer einer Option muss sie auch dann zahlen, wenn er sein Recht verfallen lässt. Meist ist die Prämie direkt mit dem Kauf fällig.

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Wo kann ich Optionen kaufen?

Optionen werden nur an speziellen Terminbörsen gehandelt. Die wichtigste Börse für deutsche Privatanleger ist die deutsch-schweizerische Eurex. In den USA ist es die Chicago Board Options Exchange (CBOE).

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Was ist der Unterschied zwischen Long und Short?

Im Zusammenhang mit Optionen wird auch oft von "long" und "short" gesprochen. Damit ist jeweils die Position gemeint, die der Käufer mit seinem Kauf einnimmt. Setzt er darauf, dass der Basiswert steigt, kauft er eine Long-Option. Wenn er mit fallenden Kursen rechnet, eine Short-Position.

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Was unterscheidet Optionen und Optionsscheine?

Auch Optionsscheine verbriefen dem Käufer das Recht, innerhalb der Laufzeit einen Basiswert zu einem festgelegten Preis, dem Basispreis, zu kaufen oder zu verkaufen. Sie können an verschiedenen Börsen oder im außerbörslichen Handel direkt beim Emittenten gekauft werden.

Darin liegt auch der Unterschied zu Optionen: Bei Optionsscheinen bleibt der Stillhalter, also Verkäufer, immer der Emittent. Das stellt ein gewisses Risiko dar, auch Emittentenrisiko genannt: Denn wenn der Emittent Pleite geht, verlieren auch die ausgegebenen Optionsscheine ihren Wert. Das ist 2008 durch die Insolvenz von der Bank Lehman Brothers passiert.

Mehr über die Preisbildung von Optionsscheinen erfahren Sie hier.

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