Das Logo der Deutschen Börse auf einer Glaswand ist vor der neuen Zentrale des Unternehmens in Eschborn zu sehen

Nachwuchsaktien haben es schwer Scale sticht nicht mehr heraus

Stand: 25.05.2020, 16:37 Uhr

Kleine Unternehmen haben es an der Börse nicht leicht – zu groß ist die Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Die Deutsche Börse will dem mit dem Börsensegment Scale abhelfen. Wie der Blick auf die Einzeltitel zeigt, brauchen Anleger aber ein gutes Händchen.

Um kleineren Unternehmen am Börsenplatz unter die Arme zu greifen, hat die Deutsche Börse im März 2017 das Wachstumssegment Scale als Nachfolger des Entry Standard etabliert. Der Index Scale All Share umfasst insgesamt 49 Werte – einige davon sind keine Unbekannten. Zum Beispiel Nanogate, ein Anbieter von Nanobeschichtungen, die Beteiligungsgesellschaft Mutares, oder das jüngst aufs Parkett getretene Unternehmen Exasol.

Es könnte besser laufen

Die Performance des Scale All Share ist insgesamt zufriedenstellend, dürfte aber besser sein. Vor allem wenn beachtet, dass in kleineren und jüngeren Unternehmen oft das höhere Potenzial steckt. Vergleicht man die Entwicklung des Dax und des Scale-Index seit dem Start am 13.3.2017, dann verlor der Dax beinahe sechs Prozent, während der Scale nur gut drei Prozent einbüßte. Allerdings verlor der Scale im vergangenen, sehr starken Dax-Jahr den Anschluss. Die Annäherung erfolgte erst wieder durch die Krise.

Betrachtet man die Performance der Einzeltitel über die vergangenen Jahre, sieht das Ergebnis weniger gut aus. Rund 65 Prozent der Werte haben in den vergangenen zwölf Monaten Kurseinbußen verzeichnet. Beim Dax waren es rund 63 Prozent. Auf Drei-Jahres-Sicht sind es sogar knapp 70 Prozent der Scale-Titel. Das heißt, die positive Performance verteilt sich auf relativ wenige Titel.

Vor zwei Jahren noch lief es für den Scale sehr gut: 30 Prozent Kursgewinn verzeichnete das Segment zwischen März 2017 und März 2018. Damit performte in diesem Zeitraum lediglich der TecDax mit einem Plus von 34 Prozent besser.

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 2 Jahre
Kurs
26.512,32
Differenz relativ
-0,98%
SDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 2 Jahre
Kurs
12.025,58
Differenz relativ
-0,57%
TecDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 2 Jahre
Kurs
3.005,52
Differenz relativ
-1,16%

Strenge Mindestanforderungen

Die Deutsche Börse führte strenge Zulassungsbedingungen ein: Unternehmen, die sich in Scale listen lassen wollen, müssen schon zwei Jahre existieren, entweder schwarze Zahlen schreiben oder 30 Millionen Euro Marktkapitalisierung aufweisen. Kurz gesagt: die Mitglieder sollen erprobte Geschäftsmodelle haben. Außerdem gibt es eine verpflichtende Prüfung durch zwei Analysehäuser.

Höhere Publizitätspflichten als Freiverkehr

Das Scale-Segment ist eines des Open Market und eine Alternative zu den von der EU regulierten Segmenten General und Prime Standard. Die Zulassungspflichten beruhen zwar auf dem Open Market, gehen aber über dessen Bedingungen hinaus. "Scale bietet Anlegern Zugang zu mehr Information und Transparenz: Unternehmen müssen einen testierten Jahresabschluss samt Lagebericht spätestens innerhalb von sechs Monaten nach Beendigung des Berichtzeitraums auf ihrer Unternehmenswebseite veröffentlichen, ebenso einen Zwischenbericht. Zudem müssen Unternehmensnachrichten, die den Börsenpreis beeinflussen können, sofort veröffentlicht werden", heißt es auf der Internetseite der Deutschen Börse.

ms

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Tops und Flops aus dem Scale All Share Starke Gewinner und große Verlierer

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Top 1: The Naga Group
Das Hamburger Unternehmen wurde 2015 gegründet und ging 2017 an die Börse. Das nicht unumstrittene Fintech legt seinen Schwerpunkt auf Trading und Transaktionen. In den vergangenen zwölf Monaten schoss die Aktie um mehr als 160 Prozent in die Höhe. Damit für Naga das Segment Scale an - zumindest auf Jahressicht.

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