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Der Zinses-Zins-Effekt Reich werden für Anfänger

von Angela Göpfert

Stand: 12.09.2018, 13:37 Uhr

Vorsorgen ist klug - wenn auch derzeit nicht unbedingt auf dem Sparbuch. Cleverer sind da schon langfristige Kapitalmarktsparpläne, die vom Zinses-Zins-Effekt profitieren. Um von dieser "Wundermaschine" zu profitieren, müssen Anleger nur ein paar einfache Regeln beachten.

Doch da geht für viele das Problem schon los: Viele Deutsche dürften sich selbst ungern als "Anleger" sehen. Nicht wenige Bundesbürger verwechseln nämlich "anlegen" mit "zocken", "investieren" mit "spekulieren".

Dabei geht es beim langfristigen Anlegen nicht um das schnelle Geld. Es geht darum, das Geld arbeiten zu lassen. Denn nur wer langfristig investiert, kann vom Zinses-Zins-Effekt profitieren.

Pokern

Nein, mit Glücksspiel hat langfristiges Investieren an der Börse wahrlich nichts zu tun. | Bildquelle: colourbox.de

Schon kleine Beträge reichen

Doch viele Bundesbürger kennen den Zinses-Zins-Effekt gar nicht, diese "Wundermaschine", die schon aus kleinen Anlagebeträgen über einen längeren Zeitraum wahre Vermögen macht.

Um vom Zinses-Zins-Effekt zu profitieren, werden die anfallenden Zinsen nicht "ausgeschüttet". Sie werden also nicht an den Anleger ausgezahlt, sondern zum Anlagebetrag hinzuaddiert. Sie erhöhen somit die Anlagesumme und werden in den Folgejahren mitverzinst. Dadurch werden bei der nächsten Ausschüttung höhere Zinserträge erreicht.

Dank des Zinses-Zins-Effektes werden aus kleinen Beträgen schnell große.

Aus 100 Euro werden...

Gerade beim Sparen für langfristige Ziele wie etwa der privaten Altersvorsorge kommt der Zinses-Zins-Effekt voll zum Tragen In unserem Beispiel haben wir eine monatliche Sparrate von 100 Euro und eine jährliche Rendite von sieben Prozent (langjährige Durchschnittsrendite am Aktienmarkt) angenommen.

Ein Wunder namens Zinses-Zins-Effekt
JahreSumme der EinzahlungenSparkapital bei 7 % Rendite
11.2001.245,50
56.0007.162,55
1012.00017.208,39
1518.00031.298,20
2024.00051.059,89
2530.00078.776,68
3036.000117.650,91
3542.000172.174,03
4048.000248.645,53

Wer 100 Euro monatlich über 40 Jahre hinweg spart, verfügt am Ende über ein Kapital von 248.645,53 Euro. Davon sind nur 48.000 Euro den monatlichen Einzahlungen geschuldet - die restlichen 200.645,53 Euro beruhen auf dem Zinses-Zins-Effekt.

Schon zehn Jahre machen den Unterschied!

Dabei können schon zehn Jahre einen gewaltigen Unterschied machen, wie das folgende Beispiel zeigt:

Mia ist 25 Jahre alt und hat soeben ihr Studium beendet. Sie startet sofort mit dem Sparen und legt 5.000 Euro an. In den kommenden Jahren investiert sie jährlich 2.500 Euro – bis sie 65 Jahre alt ist.

Junge Frau mit Tablet surft im Internet

Wer früh mit dem Sparen anfängt, hat später mehr davon . | Bildquelle: colourbox.de

Paul ist ebenfalls 25 Jahre alt und hat soeben sein Studium beendet. Er will lieber erst mehr Geld verdienen, bevor er mit dem Sparen anfängt. Mit 35 Jahren ist es soweit: Paul investiert einmalig 10.000 Euro – doppelt so viel wie Mia es mit 25 getan hat. In den folgenden Jahren spart er jährlich 5.000 Euro – bis auch er 65 Jahre alt ist.

Mia oder Paul?

Sowohl Pauls als auch Mias Sparbeträge rentieren mit sieben Prozent jährlich, was dem langjährigen Durchschnitt am Aktienmarkt entspricht. Wer hat mit 65 Jahren mehr Geld gespart, Mia oder Paul?

Die Antwort lautet: Mia! Sie verfügt mit 65 Jahren über ein Vermögen von 608.896 Euro, Paul hat nur 581.488 Euro auf der hohen Kante. Und das obwohl Paul 30 Jahre lang doppelt so viel gespart hat wie Mia!

Rentner am Strand

Das Ziel: die Rente genießen . | Quelle: colourbox

Fünf Regeln für Aktien-Sparer

Um vom hohen Zinses-Zins-Effekt am Aktienmarkt voll profitieren zu können, müssen Anleger lediglich ein paar einfache Regeln beachten.

1. Je früher, desto besser! Erst über lange Zeiträume kann der Zinses-Zins-Effekt seine großen Kräfte entfalten.

2. Breit streuen! Gerade bei geringen Sparbeträgen ist die Diversifizierung eines Depots mit einzelnen Aktien schwierig. Besser ist es da auf einen ETF zu setzen. Damit lassen sich komplette Aktienindizes wie der Dax und sogar mehrere Anlageregionen (z.B. MSCI World) abdecken.

3. Kosten reduzieren! Viele Broker bieten kostenlose ETF-Sparpläne schon ab 25 Euro an. Auch bei den ETF-Anbietern ist es wichtig, auf die Kostenstruktur zu achten, hier gibt es große Unterschiede.

4. Sparen automatisieren! Mit Sparplänen machen sich Sparer das Leben leicht. Das Geld wird automatisch abgebucht, etwa zum 1. oder 15. eines Monats, und investiert. Damit umschifft der Sparer zudem eine große Klippe am Aktienmarkt: Es gibt genügend Studien, die belegen, dass Privatanleger beim Markttiming, also bei der Suche nach dem perfekten Ein-und Ausstiegszeitpunkt, kläglich versagen.

5. Ruhe bewahren! Korrekturen und auch Crashs gehören zur Börse dazu. Doch die Geschichte zeigt auch: Wer investiert bleibt und stur weiter spart, steht meist schon kurze Zeit nach einer solchen Krise besser da als zuvor.