Börsenwissen

Daumen rauf, Daumen runter Ratings: Mehr als nur eine Buchstabensuppe

von Angela Göpfert

Stand: 10.06.2015, 07:27 Uhr

AA-, Baa3, CCC+: boerse.ARD.de erklärt, welche Schlüsse Anleger aus dem verwirrenden Buchstabenallerlei von Standard & Poor's, Moody's und Fitch ziehen können.

Als "Rating" bezeichnet man im Finanzwesen die Einschätzung der Bonität eines Schuldners - sei es eines Unternehmens oder eines Landes. Ein Rating gibt damit die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Schuldners wieder und wird von Ratingagenturen mit Hilfe mathematisch-statistischer Verfahren ermittelt.

Die Ratingagenturen beziehen dabei sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren mit ein, ebenso wie bestimmte Erfahrungswerte mit dem betreffenden Schuldner.

Zu den quantitativen Faktoren zählen etwa die Liquiditäts- und Finanzlage sowie die Anfälligkeit für Währungsrisiken, unter die qualitativen Faktoren fallen Merkmale wie die Führungsqualität des Managements respektive der Regierung.

Traumnote Triple A

Das Ergebnis dieses komplexen und für Außenstehende kaum nachvollziehbaren Berechnungsprozesses wird von den Ratingagenturen mit so genannten Ratingcodes dargestellt.

Bei Standard & Poor's und Fitch bemüht man dazu Buchstabenkombinationen, teilweise ergänzt durch ein Plus- oder Minuszeichen. Moody's stellt die Bonität eines Schuldners mithilfe einer Buchstaben- und Zahlenkombination dar.

Bei S&P steht AAA (Triple A) für höchste Bonität, das Ausfallrisiko liegt bei nahezu null. D bedeutet hingegen, dass der Schuldner bereits zahlungsunfähig ist (siehe dazu unsere Tabelle).

Rating-Tabelle

Rating-Tabelle. | Bildquelle: Börse Stuttgart

Hohe Zinsen für Ramschanleihen

Die auf den ersten Blick schier unüberschaubare Vielzahl verschiedener Ratings lässt sich nochmals in verschiedene Ratingklassen einteilen. Ganz besonders wichtig ist dabei die grundsätzliche Unterscheidung zwischen "Investment Grade" und "Sub-Investment Grade" oder "Speculative Grade".

Die Einschätzung "Investment Grade" bekommen Anleihen mit einem Rating von AAA bis BBB- (S&P, Fitch) bzw. von Aaa bis Baa3 (Moody's). Anleihen, die ein schlechteres Rating erhalten, gelten als "Junk Bonds" - was übersetzt so viel bedeutet wie "Ramschanleihe".

Ratings haben einen direkten Einfluss darauf, zu welchen Konditionen sich ein Schuldner Kapital verschaffen kann: Je schlechter die Bonitätsnote, desto höher der Zins, mit dem der Emittent die Anleihekäufer für das Ausfallrisiko entschädigen muss.