Kenngröße Cash Flow Ohne Moos nix los

Stand: 18.02.2014, 11:24 Uhr

Gewinnstarke Qualitätstitel kaufen und an ihnen festhalten - damit hat Investor Warren Buffett Milliarden verdient. Zu seinen wichtigsten Auswahlkriterien zählt dabei der Cash Flow. Eine auch für Privatanleger wichtige Kenngröße.

Geldkoffer, gefüllt mit Euroscheinen

Geldkoffer. | Quelle: colourbox

So ist etwa der Aktienkurs von Coca-Cola, einer der größten Beteiligungen Warren Buffetts, im Schnitt der vergangenen zwei Jahre kaum vorangekommen - von drei kurzen Ausflügen über die Marke von 40 Dollar abgesehen.

Dennoch hat Buffetts Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway an Coca-Cola festgehalten, generiert der Brausehersteller doch einen stetig steigenden Cash Flow. Das bedeutet, dass das Unternehmen trotz eines stagnierenden Aktienkurses regelmäßig Geldzuflüsse erzielt, von zuletzt über 10,5 Milliarden Dollar.

Frei zufließende Barmittel

Besonders wichtig ist der Free Cash-Flow, denn dabei handelt es sich um die freien zufließenden Barmittel. Die Zahl drückt aus, wie viel Geld nach Abzug der Investitionen dem Vorstand zur Verfügung steht, zum Beispiel für Zukäufe, Dividenden oder Aktienrückkäufe. 

Der Free Cash-Flow ist also ein Indikator für die tatsächliche finanzielle Lage eines Unternehmens. Er beschreibt den Überschuss an Zahlungsmitteln, den ein Unternehmen durch seine Tätigkeiten innerhalb eines bestimmten Zeitraums erwirtschaften konnte. Oder anders gesagt: Es handelt sich um den frei verfügbaren Geldbetrag nach Abzug aller Kosten für den laufenden Geschäftsbetrieb – etwa für den Lagerbestand oder den Kauf von Vermögensgegenständen.

Geld für die Aktionäre

Es handelt sich im Grunde um Geld, das den Aktionären zugute kommt. Mit dem Free Cash-Flow kann der Vorstand nämlich nicht nur Dividenden zahlen oder Aktien zurückkaufen, sondern auch Schulden abbauen oder Übernahmen finanzieren.

Anleger sollten sich vor dem Kauf einer Aktie also immer auch die Entwicklung des Cash Flow anschauen. Denn es gibt jede Menge Wachstumsfirmen, die kräftige Umsatz- und Gewinnzuwächse ausweisen, aber nur über einen geringen Geldzufluss verfügen.

Beispiel Enron

Umgekehrt ließ sich gerade am lausigen Cash Flow des untergegangenen US-Energiekonzerns Enron studieren, wie schlecht es dem Unternehmen wirklich ging. Zwar hatte Enron ab Juni 1997 positive Ergebnisse in 15 von 16 Quartalen vermeldet, der Cash Flow fiel aber nur in drei Quartalen positiv aus.

Tatsächlich hatte Enron seine Gewinne manipuliert, damit der Aktienkurs nicht fiel. Am Cash Flow lässt sich allerdings wesentlich weniger herumbasteln. Zudem zeigt das Beispiel, dass bei Anlegern alle Warnleuchten blinken sollten, wenn ein Unternehmen zwar einen hohen Gewinn, aber einen niedrigen oder gar negativen Cash Flow ausweist. Dies ist oft ein Warnzeichen für Probleme.

lg