Börsenwissen

Halloween-Kürbis

Startschuss für positive saisonale Phase Jetzt gibt's auch an der Börse Süßes!

von Angela Göpfert

Stand: 02.11.2015, 10:22 Uhr

Am Wochenende war es mal wieder soweit: Überall haben einen diese ausgehöhlten Kürbisse angeglotzt. Anleger können jetzt auf den Halloween-Effekt hoffen.

Denn der erste Handelstag nach Halloween ist ein guter Tag, um Aktien zu kaufen. Statistisch gesehen. Denn dann beginnt eine positive saisonale Phase, die zumindest bis zum Januar andauert, häufig sogar bis April. Die Monate November/Dezember/Januar sind die durchschnittlich stärkste Phase eines Börsenjahres.

 Chart Saisonaler Verlauf Dow Jones Index seit 1897

Dow Jones Index seit 1897. | Quelle: Wellenreiter-Invest, Grafik: boerse.ARD.de

Diese Zahlen machen Mut

So verbessert sich der Dax zwischen Anfang November und dem Jahresende durchschnittlich um stolze fünf Prozent. Die Trefferquote liegt bei beeindruckenden 75 Prozent.

Befindet sich der Leitindex dabei zu Halloween im Aufwärtstrend, werden historisch betrachtet bis Ende Dezember sogar Aufschläge von acht Prozent greifbar - bei einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 88 Prozent.

Häufig spielen Experten, wenn sie vom Halloween-Effekt reden, jedoch auf einen weit größeren Zeitraum an. Der Halloween-Effekt steht für sie in enger Verbindung mit der alten, leicht abgewandelten Börsenweisheit "Sell in may, and go away – but don't forget to remember to come back in november."

Anlegen im Sechs-Monats-Zyklus

Hintergrund dieser Börsenweisheit ist die Tatsache, dass an der Börse die größten Gewinne zwischen November und April erwirtschaftet werden. Ben Jacobson, Professor an der Massey-Universität in Neuseeland, hat diese Anomalie für Aktienmärkte in 108 Ländern nachgewiesen.

Besonders ausgeprägt und robust über die Zeit ist der Effekt übrigens in den europäischen Staaten. Jacobson empfiehlt daher ein Anlegen im Sechs-Monats-Zyklus: sechs Monate rein in die Aktienmärkte, sechs Monate raus.

Fazit: Der Halloween-Effekt gehört zum erlauchten Kreis der gut belegten Kapitalmarktanomalien. Anleger tun gut daran, ihn nicht zu ignorieren – sollten aber ihre Anlageentscheidung niemals allein darauf gründen, sondern auch aktuelle fundamentale und technische Indikatoren berücksichtigen.