Börsenwissen

Logos von Dax MDax TexDax SDax stehen auf einer Stuhlreihe

Deutsche Börse stellt Verfahren um Indizes macht nur noch der Computer

Stand: 08.06.2016, 10:45 Uhr

Wenn der Arbeitskreis Indizes des Börsenbetreibers künftig zusammenkommt, sind die Entscheidungen über die Neubesetzungen bei MDax, TecDax und SDax bereits gefallen. Ermessensspieläume gibt es künftig nicht mehr.

Damit stellt die Börse die Neubesetzungs-Entscheidungen in den Nebenwerte-Indizes auf dasselbe Verfahren um, das beim Dax bereits eine mögliche Neuaufnahme eines Unternehmens oder auch den Abstieg eines Titels bestimmt.

Kreis darf noch empfehlen

"Rein quantitativ und vollständig automatisiert" soll das Verfahren künftig vonstatten gehen. Die "Beratungen" des Arbeitskreises im Haus des Börsenbetreibers dürften damit künftig eher rituellen Charakter haben - der Kreis tagt jetzt zwei Tage, nachdem die Neuzusammensetzung der Börsenbarometer bereits bekannt gegeben wurde. Der Arbeitskreis wird von nun an nur noch Empfehlungen für Änderungen im Regelwerk aussprechen.

Bisher hatte das Gremium bei einzelnen Entscheidungen für die Index-Aufnahme das "Votum" des Computers überstimmen können, wenn es Anhaltspunkte dafür gab, einen bestimmten Wert in einen der Indizes aus der zweiten Reihe aufzunehmen oder auszuschließen. Das hat in der Vergangenheit zu Interessenskonflikten führen können, da zu dem Beratungsgremium der Deutschen Börse auch Vertreter von Finanzinstitutionen wie Deutsche Bank, Commerzbank, UBS, Deka oder Black Rock gehören. Diese Gefahr besteht nunmehr nicht mehr.

Turnus zur Überprüftung bleibt bestehen

Am generellen zeitlichen Turnus für die Index-Änderungen ändert sich nichts. Jeweils am dritten Handelstag der Monate März, Juni, September und Dezember nach 22 Uhr werden die Neuzusammensetzungen öffentlich gemacht.

Wie im Dax bleibt es auch bei MDax, TecDax und SDax bei den grundsätzlichen Kriterien über eine Indexzugehörigkeit: Entscheidend sind hier Rankings, in denen einerseits die Marktkapitalisierung des Streubesitzes, andererseits die Handelsaktivitäten eines Wertes berücksichtigt werden.

Weniger Tempo im SDax

Der SDax wird allerdings künftig nicht mehr ganz so häufig angepasst wie bisher. Die so genannte "Regular Exit/Entry"-Regel kommt nur noch halbjährlich zum Einsatz, im März und September - so wie das zuvor auch schon für MDax und TecDax galt.

Gerade bei den Unternehmen im Kleinwerteindex kommt es sonst häufiger zu Indexveränderungen. Die Deutsche Börse will da etwas Tempo rausnehmen und für Kontinuität im Index sorgen.

AB/bs