Börsenwissen

US-Starinvestor Warren Buffett

Emotionen und Börse Fear & Greed Index: Was Buffett schon wusste…

von Angela Göpfert

Stand: 26.03.2014, 14:12 Uhr

An der Börse spielen Gefühle eine mächtige Rolle. Das glauben jedenfalls die Macher des "Fear and Greed Index" von CNN Money. Sie machen sich dabei eine alte Weisheit von Warren Buffett zunutze.

Ganz bewusst macht der 83-Jährige an der Börse mit großem Erfolg das Gegenteil dessen, was die Masse macht – getreu dem Motto: "Sei gierig, wenn andere ängstlich sind."

»Das Beste, was uns passieren kann, ist, wenn eine gute Firma vorübergehend Probleme hat. Wir wollen sie dann kaufen, wenn sie auf dem Operationstisch liegt.«

Warren Buffett

Wehe, wenn die Bullen brüllen

Diese Contrarian-Strategie lässt sich nicht nur auf einzelne Unternehmen anwenden, sondern auch auf den gesamten Aktienmarkt ummünzen. Davon gehen zumindest die Macher des Fear & Greed Index bei CNN Money aus. Zeigt ihr Index "Greed" (Gier) an, dann sei es höchste Zeit zu verkaufen.

CNN Money Fear & Greed Index

Fear & Greed Index. | Montage: boerse.ARD.de, Bildquelle: Unternehmen

Die Logik dahinter leuchtet unmittelbar ein: Wenn die meisten Anleger blindlings die Aktienquote erhöhen und dem Glauben anhängen, die Börse kenne nur eine Richtung, dann wird es gefährlich. Denn woher sollen neue Käufer kommen, wenn schon alle gekauft haben?!

Häufig ein guter Vorlaufindikator…

Die Bilanz des "Fear & Greed Index" liest sich auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht. Für die Aussagekraft des Index spricht etwa, dass er frühzeitig vor Ausbruch der Finanzkrise vor zu viel Euphorie im Markt warnte: 2007 kletterte er auf ein Allzeithoch, bevor er, wie auch der Aktienmarkt, unter die Räder kam.

Anfang 2009 drehte er dann wieder nach oben – deutlich bevor der S&P 500 seinen Tiefpunkt am 9. März markierte. Im ersten Quartal 2012 zeigte der CNN-Money-Index allerdings "extreme Gier" an.

… aber nicht immer

Wer damals diesem Verkaufssignal gefolgt ist, dürfte sich 2014 allerdings grün und blau ärgern, konnte der S&P 500 doch während der vergangenen zwei Jahre rund 33 Prozent zulegen und sogar bei 1.878 Punkten ein neues Allzeithoch markieren.

Das Versagen des Fear & Greed Index zeigt erstens: Der Markt kann länger irrational sein, als man selbst liquide ist. Es zeigt aber auch, dass es natürlich Unsinn ist, sich bei seinen Anlageentscheidungen einzig und allein auf einen Indikator bei seinen Anlageentscheidungen zu stützen.

Erst in Verbindung mit den bekannten Instrumenten der Technischen Analyse und gegebenenfalls der fundamentalen Analyse der Märkte macht die Betrachtung von Sentiment-Indikatoren wie dem Fear & Greed Index Sinn.