Logo von ESMA – European Securities and Markets Authority

Schluss mit der Abzocke ESMA verbietet binäre Optionen - EU-Kommission am Zug

von von Jule Zentek

Stand: 19.07.2018, 14:11 Uhr

Bereits im Juni hatte die ESMA ein europaweites Verbot für binäre Optionen angekündigt. Sie will Privatanleger vor den risikohaften Finanzwetten schützen. Seit dem 2. Juli gilt das Verbot - allerdings vorerst nur für drei Monate.

Schon im Juni hatte die ESMA neue Regelungen für CFDs und binäre Optionen angekündigt. Während die Maßnahmen für den CFD-Handel erst ab August in Kraft treten, gilt die Regelung für binäre Optionen seit dem 2. Juli. Laut der ESMA gilt das Verbot vorerst nur für drei Monate, kann aber verlängert werden. Europaweit sind demnach die Vermarktung, der Vertrieb und der Verkauf von binären Optionen an Privatanleger verboten. Einige Online-Broker haben ihr Geschäft damit bereits eingestellt. Für Personen, die als "professionelle Trader" eingestuft werden, ist der Handel aber weiterhin möglich.

Ende mit "Entweder-Oder"-Wetten

Untersuchungen der nationalen Aufsichtsbehörden zeigen: Gerade mit binären Optionen haben viele Privatanleger in der Vergangenheit Geld verloren. Denn was so leicht verständlich klingt, birgt ein großes Risiko.  

Eine binäre Option ist einfach gesagt eine Wette: Mit ihr lässt sich auf ein bestimmtes Ereignis innerhalb eines festgelegten Zeitraums setzen. Jeder, der schon mal gewettet hat weiß, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder gewinnen oder verlieren. Doch gerade bei binären Optionen liegt der maximale Verlust meist höher als der maximale Gewinn - der liegt bei manchen Brokern nur bei rund 70 Prozent. Ein Totalverlust ist also nicht unwahrscheinlich.

Langfristig fahren Anleger bei diesem Konzept eine negative Rendite ein, so die ESMA. Es entstehe außerdem ein Interessenkonflikt zwischen Anbieter und Kunden.

Verbot soll Anlegerschutz verbessern

ESMA-Chef Steven Maijoor

ESMA-Chef Steven Maijoor. | Bildquelle: Imago

Das Verbot soll "einen größeren Anlegerschutz in der gesamten EU gewährleisten" und ein "gemeinsames Mindestschutzniveau für Kleinanleger sicherstellen", so der ESMA-Vorsitzende Steven Maijoor. Die zeitliche Begrenzung des Verbots auf drei Monate hat einen Hintergrund: Gemäß der MiFIR-Richtlinien darf die ESMA nur drei Monate lange, vorübergehende Interventionsmaßnahmen treffen. Langfristig hofft die ESMA daher auf eine einheitliche und dauerhafte Regulierung der Brüsseler Kommission für alle EU-Staaten.