Anlagestrategie

Chart Down Jones Wahlzyklus

Mit dem US-Präsidenten auf der Gewinnerseite? Diesen Börsen-Zyklus sollte jeder Anleger kennen!

von von Angela Göpfert

Stand: 10.06.2015, 11:51 Uhr

Der US-Präsidentschaftszyklus ist einer der wichtigsten langfristigen Zyklen an der Börse überhaupt. Anleger sollten dieses saisonale Muster bei ihren Anlageentscheidungen besser nicht außer Acht lassen.

Schon lange haben Statistiker festgestellt, dass Wahlen einen eminenten Einfluss auf die Kursentwicklung an den Aktienmärkten haben. Laut Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest" kann der US-Präsidentschaftszyklus sogar als "einer der wenigen funktionierenden regelmäßigen Zyklen in der Finanzwelt" bezeichnet werden.

In der Tat folgt der Dow-Jones-Index seit gut 116 Jahren mit beeindruckender Präzision und einer hohen Trefferquote diesem Muster.

Sommerrally im Wahljahr

Demnach wird in dem Jahr, in dem der Präsident gewählt wird, gegen Ende des zweiten Quartals ein zyklisches Tief ausgeprägt. Dem folgt typischerweise eine außergewöhnliche Sommerrally. Die Börse beendet das Jahr tendenziell auf Jahreshoch.

Ernüchterung im Nachwahljahr

Doch ist erst einmal ein neuer Präsident gewählt, lassen die Aktienmärkte zunächst Luft ab oder tendieren seitwärts. Nach ersten Kursrückgängen gleich zu Jahresbeginn besteht im Nachwahljahr von März bis August eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Kursgewinne, bevor der Dow wieder den Rückwärtsgang einlegt.

Rally-Startschuss im Zwischenwahljahr

Diese volatile Seitwärtsphase hält an bis zum Herbst des zweiten Nachwahljahres, häufig auch als Zwischenwahljahr bezeichnet. Von dort startet üblicherweise eine starke Aufwärtsphase beim Dow Jones.

Verlockende Rendite im Vorwahljahr

Dieser Aufwärtsimpuls hält bis zur Wahl an, wobei Vorwahljahre, statistisch betrachtet, die besten Börsenjahre sind. In Vorwahljahren lockt der Dow Jones mit einer durchschnittlichen Rendite von rund neun Prozent.

Fundamental gut begründet

Das alles ist natürlich kein Zufall, sondern lässt sich fundamental bestens begründen. So nutzt ein neu gewählter Präsident in aller Regel die ersten beiden Jahre seiner Amtszeit, um unpopuläre Entscheidungen wie Ausgabenkürzungen durchzusetzen. Diese sorgen dann an der Börse für schlechte Stimmung.

Kurz vor der Wahl will sich der Präsident hingegen bei den Wählern in Szene setzen. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das schlägt sich wiederum in steigenden Börsenkursen nieder.

Zyklen sind nicht alles

Privatanleger sind gut beraten, dieses typische saisonale Muster als Hintergrundwissen für ihre anstehenden Anlageentscheidungen im Kopf zu behalten. Es wäre jedoch fahrlässig, sich bei Investitionsentscheidungen einzig und allein an einem Zyklus zu orientieren. Auch wenn er in der Vergangenheit so gut funktioniert hat wie der Präsidentschaftszyklus.

Erst wenn man die Charttechnik, fundamentale Faktoren und bestenfalls auch noch Sentiment-Indikatoren in die Analyse miteinbezieht, ergibt sich ein überzeugendes und bestenfalls auch handelbares Gesamtbild.