Kryptowährungen und Charles Darwin

Altcoins auf dem Vormarsch Bitcoin trifft Darwin: Die Evolution der Kryptowährungen

Stand: 24.11.2017, 06:45 Uhr

Zwischen Bitcoin und Ethereum, Bitcoin Cash, Dash & Co. ist ein darwinistischer Kampf ums Überleben entbrannt. Doch welche Kryptowährung ist die "fitteste", welche hat das Zeug zum Überleben?

1859 veröffentlichte Darwin sein Buch "Die Entstehung der Arten" über Evolutionstheorie und natürliche Selektion. Für sein Werk wurde Darwin in Britischem Pfund bezahlt – der damaligen Weltleitwährung.

150 Jahre später wird das Pfund, ebenso wie der Dollar, der Yen und der Euro, durch eine neue Spezies von Währungen herausgefordert: den Kryptowährungen. Der Bitcoin ist dabei vielleicht die bekannteste – doch bei Weitem nicht die einzige. In nur fünf Jahren sind über 200 Kryptowährungen auf Basis der Blockchain-Technologie entstanden.

Bitcoin – der große Dominator

Das hier sind die aktuell zehn wichtigsten:

Marktkapitalisierungen der Top-10-Kryptowährungen

Marktkapitalisierungen der Top-10-Kryptowährungen . | Bildquelle: coinmarketcap.com

Die Gesamtmarktkapitalisierung der Kryptowährungen beträgt derzeit mehr als 200 Milliarden Dollar. Noch vor einem Jahr lag sie bei gerade einmal 10 Milliarden Dollar. Damals war Bitcoin der große Dominator mit einem Marktwert von 8 Milliarden Dollar, die Altcoins machten gerade einmal 2 Milliarden Dollar aus. Als Altcoins werden die Kryptowährungen mit Ausnahme von Bitcoin bezeichnet.

Aufholjagd der Altcoins

Der Wert eben jener Altcoins ist im Laufe des Jahres 2017 regelrecht explodiert:

Gesamtmarktkapitalisierung Kryptowährungen

Gesamtmarktkapitalisierung Kryptowährungen. | Bildquelle: coinmarketcap.com

Entsprechend fiel der Bitcoin-Anteil an der Gesamtmarktkapitalisierung der Kryptowährungen von 85 Prozent im Frühjahr 2017 bis auf unter 40 Prozent im Sommer – zuletzt konnte Bitcoin allerdings wieder Boden gutmachen. Die Evolution der Kryptowährungen ist in eine neue Phase übergetreten.

»In der ersten Marktphase (Januar 2009 – März 2017) dominierte Bitcoin. In der zweiten Phase, die im April 2017 begann, drängen die Altcoins nach vorn. Sie kämpfen nun um Aufmerksamkeit und Marktanteile.«

Robert Rethfeld, Bitcoin-Experte Wellenreiter-Invest

"Kluge Verträge" mit Ethereum

Dabei tat sich zuletzt insbesondere Ethereum positiv hervor. Anfang 2017 fristete Ethereum noch ein Nischendasein, nur um dann binnen weniger Monate zur Nummer 2 hinter Bitcoin aufzusteigen.

Im direkten Vergleich kann Ethererum mit zusätzlichen positiven Eigenschaften neben der reinen Wertaufbewahrung punkten. Ethereum versteht sich nämlich in erster Linie nicht als Bezahlmittel, sondern als Plattform für so genannte "smart contracts".

Was sind "smart contracts"?

Ein Smart contract ist ein Programm, das auf einer Blockchain gespeichert ist und eine Art digitalen Vertrag repräsentiert. Smart contracts bestehen aus genau codierten Bedigungen und Regeln, die nach Erstellung nicht mehr abgeändert werden können: Ihr Verhalten ist somit komplett festgeschrieben. Sobald eine vorher definierte Vertragsbedingung eintritt, erfüllt der „smart contract“ den anderen Teil automatisch, ohne dass sich die Vertragspartner darum kümmern müssen. Davon verspricht man sich schnelle und kosteneffiziente Verträge mit mehr Rechtssicherheit.

Der (Überlebens-)Kampf ist noch nicht entschieden

Auch wenn Ethereum gerade "en vogue" ist: So volatil, wie die Kurse sind, ist das Rennen um die vorderen Plätze bei den Kryptowährungen noch völlig offen. Allein die aktuelle Stärke, sprich die Marktkapitalisierung, sagt noch nichts darüber aus, ob eine Kryptowährung den Prozess der natürlichen Selektion überleben wird.

Entscheidend ist: Welche Cyberwährung ist die "fitteste", also am besten an die Bedürfnisse der Menschen angepasst?

Altcoins mit ganz speziellen Vorteilen

Der Nutzen von Bitcoin scheint limitiert, Ethereum kann mit zusätzlichen Anwendungen wie "smart contracts" punkten.

Die Bitcoin-Alternativen Dash und Monero bestechen dagegen mit einem Mehr an Privatsphäre. IOTA wiederum ermöglicht Transaktionen direkt von Maschine zu Maschine, also etwa von Auto zu Parkhaus-Kasse, und könnte so im "Internet der Dinge" künftig eine große Rolle spielen.

Vernetzte Alltagsgegenstände

Wenn Alltagsgegenstände vernetzt werden, könnte IOTA ins Spiel kommen. | Bildquelle: colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

Was würde Darwin tun? 

Welche Kryptowährung aber ist nun gekommen um zu bleiben? Welche wird sich als evolutionäre Sackgasse entpuppen? Für eine endgültige Antwort auf diese Fragen ist es leider noch zu früh.

Ob Charles Darwin sich heute wohl in Ethereum oder Dash bezahlen lassen würde? 

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Die Top 10 der Kryptowährungen Der Bitcoin – und seine Alternativen

Bitcoins

Bitcoin (BTC)
Der Bitcoin exisitiert bereits seit 2009 – und ist damit die älteste auf der Blockchain-Technologie basierende Digitalwährung. Die Ur-Kryptowährung hat die schnelle und günstige Abwicklung von Transaktionen zum Ziel, wird diesen Anforderungen aber angesichts von Millionen von Nutzer immer weniger gerecht. Zudem ist das Bitcoin-Protokoll limitiert, zusätzliche Informationen können nicht transportiert werden.