Hindenburg-Omen

Marktkonstellation, die auf fallende Kurse am Aktienmarkt hindeutet. Der Name stammt von dem deutschen Luftschiff, dessen Wasserstofffüllung sich 1937 bei der Landung in Lakehurst, USA, entzündete. Damals kamen 36 Menschen ums Leben.

Grundsätzlich leitet sich das Hindenburg-Omen aus der mangelnden Marktbreite einer Aufwärtsbewegung her. Die traditionelle Definition ist recht kompliziert und umfasst folgende vier Kriterien:

  • Die tägliche Zahl der neuen 52-Wochen-Hochs und der neuen 52-Wochen-Tiefs an der NYSE müssen sich beide oberhalb von 2,2 Prozent der an dem Tag an der NYSE gehandelten Werte befinden.
  • Der gleitende Durchschnitt der vergangenen zehn Wochen an der NYSE steigt (manchmal wird auch der 50-Tage-GD betrachtet).
  • Der McClellan Oszillator ist an diesem Tag negativ.
  • Die Zahl der neuen 52-Wochen-Hochs darf nicht mehr als zweimal so groß sein wie die Zahl der neuen 52-Wochen-Tiefs.

Ein Hindenburg-Omen gilt gemeinhin erst dann als bestätigt, wenn es innerhalb von 36 Tagen erneut auftritt. Seine Prognosefähigkeit ist umstritten: Nur in etwa 25 Prozent aller Fälle folgten auf ein Hindenburg-Omen signifikante Kurseinbrüche. Andererseits gab es aber auch kaum ein Markt-Top, das nicht von einem Hindenburg-Omen begleitet wurde.