Hartes Kernkapital (CET 1)

Die Eigenmittel eines Instituts ergeben sich aus der Summe von Kernkapital und Ergänzungskapital. Das Kernkapital setzt sich wiederum aus hartem Kernkapital (Common Equity Tier 1 Capital - CET 1) und zusätzlichem Kernkapital (Additional Tier 1 Capital - AT 1) zusammen.

Das harte Kernkapital steht besonders im Fokus der Aufsicht. Es besteht aus eingezahlten Eigenkapitalinstrumenten, die bestimmte Anforderungen erfüllen müssen, sowie den offenen Rücklagen. Beide Bestandteile müssen den Instituten uneingeschränkt und unmittelbar zur Deckung von Risiken oder Verlusten zur Verfügung stehen. Institute müssen eine harte Kernkapitalquote von mindestens 4,5 Prozent erfüllen. Auch die Kapitalpufferanforderungen müssen mit hartem Kernkapital erfüllt werden.

Das zusätzliche Kernkapital soll wie das harte Kernkapital auf laufender Basis zur Verlustdeckung zur Verfügung stehen und so die Fortführung des Geschäftsbetriebs ermöglichen. Kernanforderungen an die Instrumente dieser Kapitalklasse sind deren Nachrangigkeit, die Dauerhaftigkeit der Kapitalbereitstellung sowie das vollständige Ermessen der Bank, ob Ausschüttungen geleistet werden. Die Summe aus hartem Kernkapital und zusätzlichem Kernkapital nennt man Kernkapital. Institute müssen eine Kernkapitalquote von mindestens 6,0 Prozent erfüllen.

Die Funktion des Ergänzungskapitals (Tier 2 Capital) ist der Gläubigerschutz im Insolvenzfall. Ergänzungskapitalinstrumente müssen für mindestens fünf Jahre eingezahlt sein und einen nachrangigen Rückzahlungsanspruch im Fall der Insolvenz des Instituts vorsehen. Addiert man hartes Kernkapital, zusätzliches Kernkapital und Ergänzungskapital, ergibt sich das Gesamtkapital. Institute müssen eine Gesamtkapitalquote von mindestens 8,0 Prozent erfüllen (Quelle: Bundesbank).