Solvency II

Projekt der EU-Kommission zur grundlegenden Reform des Versicherungsaufsichtsrechts in Europa, insbesondere der Eigenkapitalvorschriften der Unternehmen. Das Eigenkapital, das die Unternehmen danach vorhalten müssen, soll sich strikt nach den Risiken richten, die sie tragen.

Insgesamt bringt die neue Rechtslage einen gravierenden Paradigmenwechsel - nicht mehr rein bilanzielle Sichtweisen dominieren, sondern markt- und riskoorientierte Regelungen. Ziel ist es, eine ausreichende Kapitalausstattung der Unternehmen zu erreichen, im Fachjargon Solvenzkapital genannt, um Risiken besser und ausreichend abfedern zu können. Eine Mindestsolvenzquote, MCR genannt, darf dabei nicht unterschritten werden. Kritiker merken an, dass vor allem kleinere, nicht so kapitalstarke Gesellschaften Mühe haben werden, die Vorschriften zu erfüllen. Größere Gesellschaften setzen hingegen schon heute Teile des neuen Regelwerks um.