Porträt

Matthias Zachert, Lanxess-Vorstand

Lanxess-Chef Matthias Zachert Zahlenmensch mit Stallgeruch

Stand: 08.05.2014, 08:10 Uhr

Der Spezialchemie-Konzern hat mit Matthias Zachert seinen einstigen Finanzvorstand als Konzernchef angeheuert. Der gilt bei Investoren und Analysten als gut vernetzt und soll Lanxess auf den Weg der Profitabilität zurückbringen.

Er freue sich auf die "neue Aufgabe an alter Wirkungsstätte", hatte Matthias Zachert bei seinem Amtsantritt bei Lanxess am 1. April gesagt, und das dürfte kein Scherz gewesen sein. Bereits von 2004 bis 2011 hatte der gelernte Diplom-Kaufmann für Lanxess gewirkt - als Finanzvorstand. 2011 hatte es ihn in derselben Funktion zur Darmstädter Merck verschlagen, wo er bis zu seiner Rückkehr zu Lanxess als Kronprinz des langjährigen Merck-Chefs Karl-Ludwig Kley gegolten hatte.

Wie hoch der Kapitalmarkt seine Person und sein Können einschätzt, war Ende Januar klar geworden, als der Wechsel zurück zu Lanxess bekannt gemacht wurde: Die Aktien schlugen heftig aus, bei Merck gab es einen heftigen Kursrücksetzer, die Lanxess-Aktie schoss in der Spitze fast zehn Prozent aufwärts. Kein Zweifel, von Zachert werden große Entscheidungen erwartet.

Hoechst-Tochter fusioniert

Den 1967 in Bonn geborenen Zachert, der nach einer Industriekaufmanns-Lehre ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Finanzen absolviert hatte, zog es bereits direkt nach seiner Ausbildung in die Chemiebranche. Aus dem Führungsnachwuchsprogramm bei der damaligen Hoechst AG wurde er 1996, nur ein Jahr nach seinem Start, zum Leiter des IPO-Projekts für die Tochter Hoechst Marion Russell (HMR) bestimmt. Ab 1999 verantwortete er die Integration der Finanzbereiche von HMR und Rhone-Poulenc, am Ende des Prozesses wurden beide Bereiche zu Aventis Pharma verschmolzen.

Von 2002 bis 2004 legte Zachert ein "branchenfremdes" Gastspiel bei der Bäckerei-Kette Kamps ein. Bis 2011 dauerte anschließend sein Engagement bei Lanxess, das damals noch eine Sparte des Bayer-Bereichs Material Science war, aber ebenfalls im Jahr 2004 ausgegliedert wurde.

Erste Stellschrauben gedreht

Den Aufstieg der Lanxess-Aktie im September 2012 erlebte Zachert aus der Ferne. Dafür, dass das Unternehmen nach einem verlustreichen Geschäftsjahr 2013 wieder profitabel wird und auf lange Sicht in der obersten Börsenliga mitspielen kann, könnte Zachert nun verantwortlich zeichnen. Gleich zu seinem Amtsantritt im April hat der Manager an einigen personellen Stellschrauben gedreht. In mehreren Geschäftsbereichen wurde die Leitung ausgewechselt. Und die Investor Relations- sowie die Rechtsabteilung hat Zachert mit seiner Rückkehr direkt an sich gebunden - sie waren bislang dem Finanzvorstand unterstellt.

AB