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Wo Glass Lewis Dampf macht Von Kengeter bis Kleinfeld

Linde AG, Wolfgang Reitzle lachend

Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle
Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle bekam von Aktionären einiges zu hören auf der Hauptversammlung. Reitzle wolle die 60 Milliarden Euro schwere Fusion mit Praxair im Alleingang durchboxen, habe mit dem Austausch von Vorständen ein "Marionettentheater" veranstaltet und bleibe den Aktionären Informationen schuldig. Ivox Glass Lewis plädierte dafür, sowohl dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Doch am Ende des Tages konnte Reitzle wieder lachen, er wurde mit rund 94 Prozent der Stimmen entlastet.

Wo Glass Lewis Dampf macht Von Kengeter bis Kleinfeld

Linde AG, Wolfgang Reitzle lachend

Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle
Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle bekam von Aktionären einiges zu hören auf der Hauptversammlung. Reitzle wolle die 60 Milliarden Euro schwere Fusion mit Praxair im Alleingang durchboxen, habe mit dem Austausch von Vorständen ein "Marionettentheater" veranstaltet und bleibe den Aktionären Informationen schuldig. Ivox Glass Lewis plädierte dafür, sowohl dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Doch am Ende des Tages konnte Reitzle wieder lachen, er wurde mit rund 94 Prozent der Stimmen entlastet.

Deutsche Bank Türme in Frankfurt am Main

Deutsche Bank
Der Deutschen Bank macht eine Aktionärin Dampf: Sie will eine Sonderprüfung, um Libor-Skandal, Zinsmanipulationen und Geldwäschevorwürfe mit Hilfe externer Prüfer aufarbeiten. Unterstützt wird sie von den einflussreichen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis. Zwar habe sich "die Transparenz unter der Führung von John Cryan verbessert", so Glass Lewis. Doch "Umfang und Ausmaß der Ermittlungen und Gerichtsverfahren, in die die Bank in den zurückliegenden Jahren involviert war und weiter ist", könne ein Indikator für "weit verbreitetes Führungsversagen" sein. Wird die Unternehmensführung mit weniger als den üblichen mehr als 90 Prozent entlastet, hat das keine direkten Folgen, gilt aber als Denkzettel.

Carsten Kengeter, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse

Carsten Kengeter, Deutsche Börse-Chef
Glass Lewis hat sich auch dafür ausgesprochen, dem Vorstand der Deutschen Börse die Entlastung zu verweigern. Der Stimmrechtsberater begründet dies zum einen mit Managementfehlern rund um die geplatzte Fusion mit der LSE, zum andern mit den laufenden Ermittlungen gegen Kengeter wegen des Verdachts des Insiderhandels. Die Aktionäre könnten so nicht entscheiden, ob eine Entlastung Kengeters auf der Hauptversammlung in ihrem Interesse sei, argumentieren die Stimmrechtsberater von Glass Lewis.

Zwei Logos auf der Stada-Unternehmenszentrale in Bad Vilbel

Auch im Machtkampf bei Stada haben Aktiornärsberater mitgemischt. Im Vorderrgrund der aktivistische Investor „Active Ownership Capital“, der Unterstützung vom einflussreichen US-Stimmrechtsberater ISS bekam. Dagegen hatte Ivox Glass Lewis einem Pakt mit AOC eine klare Absage erteilt. Auch die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) stellten sich auf die Seite der Stada-Führung. Der Ausgang des Machtkampfes ist bekannt: Aufsichtsratschef Martin Abend wurde auf der turbulenten Hauptversammlung gefeuert.

Grammer-Chef Hartmut Müller

Auch beim Autozulieferer Grammer steht Glass Lewis auf Seiten des Unternehmens. Hier greift die umstrittene Investorenfamilie Hastor nach der Macht. Sie hat in den vergangenen Monaten über diverse Beteiligungsfirmen mehr als 20 Prozent der Aktien aufgekauft und ist nun zum größten Anteilseigner aufgestiegen. Auf der Hauptversammlung am 24. Mai will die Familie unter anderem den Vorstand absetzen und drei Aufsichtsräte abberufen. Doch die einflussreichen Stimmrechtsberater ISS, Glass Lewis und Ivox lehnen die Anträge der Familie Hastor ab.

Credit Suisse Bankgebäude in Zürich

Credit Suisse
Die Aktionäre der Credit Suisse haben der Konzernspitze wegen hoher Managerlöhne einen Schuss vor den Bug gesetzt. Nur noch 58 Prozent der Eigentümer sprachen sich für den Vergütungsbericht aus, der Gehälter und Boni für die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat regelt. Schon weniger als 80 Prozent gelten als schwaches Ergebnis. Auch Glass Lewis hatte empfohlen, mit "Nein" zu stimmen.

Klaus Kleinfeld

Klaus Kleinfeld musste jüngst seinen Posten als Vorstandschef des amerikanischen Metallkonzerns Arconic im Zuge einer Auseinandersetzung mit dem Hedgefonds Elliott Management räumen. Elliott war mit den Ergebnissen und dem Aktienkurs von Arconic unzufrieden. Glass Lewis hatte sich für Elliott ausgesprochen. ISS schloss sich an. Bemängelt wurde zu wenig Kostenkontrolle - etwa der "teure Konzernsitz" an der Park Avenue in New York.

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