Studie der Bank of England Wie Geldpolitik die Geburtenrate beeinflusst

Stand: 03.01.2020, 14:30 Uhr

Wie zwei Analysten der Bank of England herausgefunden haben, werden im Durchschnitt bei einer Zinssenkung von einem Prozentpunkt zwei Prozent mehr Babys geboren.

Fergus Cumming und Lisa Dettling wollten in ihrer Studie überprüfen, ob die Notenbank Einfluss auf die Entscheidung von Familien für oder gegen Kinder hat. Offenbar ein berechtigter Forschungsansatz: So seien 2009 nach Zinssenkungen während der weltweiten Finanzkrise in Großbritannien 14.500 mehr Babys auf die Welt gekommen.

Analysten hatten mit höherem Anstieg gerechnet

Die beiden Analysten hatten allerdings mit noch mehr gerechnet. Sie waren davon ausgegangen, dass pro Prozentpunkt Zinssenkung die Geburtenrate bei Familien, deren Hypotheken mit einem an die Zentralbank gekoppelten variablen Zinssatz versehen sind, um fünf Prozent steigt. Die Überlegung dahinter: Je geringer der Verschuldungsdruck, desto höher die Bereitschaft, das zusätzliche finanzielle Risiko eines Familienzuwachses einzugehen.

Nicht überall existiert dieses Phänomen

Im Gegensatz zu Großbritannien sei die Geburtenrate in den USA jedoch gefallen, erklärten die Experten. Das könnte ihrer Einschätzung nach damit zusammenhängen, dass Hypotheken in den USA eher festverzinslich vereinbart werden und nicht variabel sind. Auch in Deutschland oder Frankreich gebe es tendenziell mehr Festhypotheken.

ms/rtr