Fusionen und Übernahmen

Paul J. Taubman

Paul J. Taubman Wie ein Mann 175 Milliarden Dollar bewegt

Stand: 16.05.2014, 15:15 Uhr

Spricht man von Investmentbanken, denken die Meisten an Namen wie Goldman Sachs, Morgan Stanley oder die Deutsche Bank. Doch in jüngster Zeit hat sich ein bemerkenswerter "Ein-Mann-Betrieb" ganz oben in den Ranglisten platziert.

Die Rede ist von Paul J. Taubman, der es mit seiner Firma PJT Capital im vergangenen Jahr und im ersten Quartal auf Platz elf der Reuters-Rangliste für M&A (Mergers & Acquisitions) geschafft hat.

Die Beratung bei Fusionen und Übernahmen gilt bei Experten als Königsklasse des Investmentbanking, weit vor Dienstleistungen wie Vermögensverwaltung, dem Handel mit Wertpapieren oder auch dem Emissionsgeschäft, also der Durchführung von Börsengängen.

Selbstständiger mit viel Erfahrung als Angestellter

Sein Erfolg kommt nicht von ungefähr, war Taubman doch 27 Jahre in hoher Position beim Branchenprimus Morgan Stanley tätig, zuletzt als Chef des Investmentbankings. Nachdem er sich mit seinem Co-Chef Colm Kelleher heillos zerstritten hatte, machte er sich selbstständig.

Wobei der Begriff Selbstständigkeit im Falle von Taubman wirklich Programm ist. Denn als Einzelkämpfer leistet sich Taubman noch nicht einmal eine Sekretärin. Stattdessen hat er sich in der Anwaltskanzlei Weil, Gotshal und & Manges eingemietet und nutzt deren Infrastruktur einfach mit.

Nur zwei Deals - dann aber richtig

Am Geld liegt das sicherlich nicht. Zwar war Taubman seit dem vergangenen Jahr "nur" an zwei Transaktionen beratend beteiligt. Doch diese hatten es in sich.

Derzeit berät der Banker den größten amerikanischen Kabelfernsehkonzern Comcast bei der Übernahme des Konkurrenten Time Warner Cable. Dabei geht es um ein Volumen von 45 Milliarden Dollar.

Der Investmentbanker beriet zudem den US-Telekomkonzern Verizon, als dieser die Minderheitsbeteiligung des britischen Partners Vodafone am Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless kaufte. Das Volumen lag bei 130 Milliarden Dollar.

Winkt dann ein Beratungshonorar im Promille-Bereich vom gesamten Transaktionsvolumen, kann schnell mal eine Summe im zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich hängen blieben.

ME