Vermögen

Zwei Geldsäcke

Global Wealth Report Wer ist am reichsten?

Stand: 22.11.2016, 15:39 Uhr

Zumindest nicht die Deutschen. Trotzdem stehen sie im Global Wealth Report des Credit Suisse Institute gar nicht schlecht da.

Vor allem die Zahl der deutschen Millionäre ist deutlich gestiegen: 44.000 Deutsche haben die siebenstellige Grenze mit ihrem Vermögen im letzten Jahr überschritten. Insgesamt gibt es nun 1,6 Millionen Millionäre in Deutschland. Fünf Prozent der Millionäre weltweit kommt somit hierher. Bis 2021 sollen es laut Prognose 2,1 Millionen werden.

Auch von den ganz dicken Fischen gibt es in Deutschland immer mehr. Menschen mit einem Reinvermögen von mehr als 30 Millionen Dollar sind so genannte Ultra-high net worth individuals (UHNWI). Davon gibt es hierzulande 6.100. Im weltweiten Vergleich belegt Deutschland damit den dritten Rang zwischen den USA und China.

Deutschland auf Rang 19

Champagner-Flaschen

Champagner-Flaschen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Insgesamt ist Deutschland mit einem Durchschnittsvermögen von 185.175 US-Dollar, zum derzeitigen Wechselkurs sind das etwa 175.500 Euro, auf Rang 19 in der Welt. Damit haben die Deutschen zwei Plätze gut gemacht. Spitzenreiter ist nach wie vor die Schweiz. Auch das durchschnittliche Vermögen der Deutschen ist um 2,8 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg ist nach Japan und den USA am höchsten.

Durchschnittsvermögen nicht gewachsen

Der weltweite Anstieg des Vermögens ist aber eine Nullnummer. Zwar vergrößerte sich das Vermögen um 1,4 Prozent, allerdings wuchs auch die erwachsene Weltbevölkerung in etwa mit derselben Quote. Durchschnittlich blieb das Vermögen bei 52.800 US-Dollar. Beim Gesamtvermögen legte die Asien-Pazifik Region (ohne China und Indien) mit acht Prozent am meisten zu. Afrika verlor fünf Prozent seines Vermögens, Europa 1,7 Prozent.

Seit 2013 ist das Haushaltsvermögen nur begrenzt gewachsen. Zum Vergleich: Vor der Finanzkrise 2008 wuchs das Vermögen zweistellig. Die Situation wird sich so bald nicht ändern, so Loris Centola, globaler Leiter Researsch in der Division International Wealth Management:

»Die Folgen der Rezession von 2008 bis 2009 werden das Wachstum weiterhin stark belasten. Immer mehr deutet auf eine langfristige Stagnation hin. Die Entstehung einer multipolaren Welt, die von den Folgen des Brexit-Votums in Großbritannien und von der US-Präsidentschaftswahl bestätigt wird, dürfte diesen Trend noch verschärfen. Dies könnte dazu führen, dass ein geringeres Vermögenswachstum zum neuen Normalfall wird.«

Das Institut rechnet mit einer moderaten Beschleunigung, sodass das Gesamtvermögen bis 2021 auf 334 Billionen US-Dollar steigt. Die Entwicklungsländer werden einen stärkeren Zuwachs verbuchen können als Industrieländer.

Verhängnisvolle Finanzanlagen?

Kontraste von Reichtum und Armut in Asien

Reich und arm. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auffallend im Bericht: Kein Segment der Vermögenspyramide hat sich so stark enwickelt wie das Millionär und UHNWI-Segment. Bis 2021 wird es voraussichtlich 45,14 Millionen Millionäre geben. Die Zahl der UHNWIs wird wahrscheinlich von 141.000 auf 208.000 steigen. Schon heute ist etwa die Hälfte des weltweiten Haushaltsvermögens in der Hand des oberen Segments.

Die Verteilung könnte sich aber schneller ändern, als man denkt. Vermögende Menschen halten einen überproportionalen Anteil ihres Vermögens in Form von Finanzanlagen. Entwickeln sich die Aktienkurse also nicht so schnell nach oben beziehungsweise sinken sogar, könnte sich die Vermögensungleichheit, zu der es in den letzten Jahren gekommen ist, vielleicht mit der Zeit umkehren. Das ist zumindest die Theorie des Reports.

al