Skandal

US-Starinvestor Warren Buffett

Warren Buffett und sein Wells Fargo-Desaster Auch ein Börsen-Guru kann irren

Stand: 15.09.2016, 11:44 Uhr

Warren Buffett war lange Zeit der größte Fan von Wells Fargo. Seit die Geschichte mit den Schein-Konten aufflog, dürfte sich seine Euphorie gelegt haben. Der legendäre Milliardär verlor 1,5 Milliarden Dollar durch den Skandal.

Ironie pur: Ausgerechnet wegen ihres guten Rufs stand Warren Buffett auf Wells Fargo. Es war eines seiner größten Investments. Der Börsenguru wurde nicht müde, das auf Hypotheken spezialisierte Geldhaus zu loben. "Wells Fargo mag ich mit Abstand am liebsten", schwärmte er. Damit stand er nicht allein.

Wells Fargo galt gemeinhin als Musterknabe unter den US-Großbanken. Als Vorzeigebank. Weit entfernt von den bösen Wall-Street-Banken, und das nicht nur den Kilometern nach. Die Bank mit Hauptsitz in San Francisco hob sich ab von dem Zocker-Image der Investmentbanker. Eher vermittelte sie etwas von Heile-Welt mit ihrem harmlosen Massengeschäft für Kleinsparer und Häuslebauer.

Vorbei das Saubermann-Image

Doch dann kam der Skandal mit den Fake-Konten. Mitarbeiter der Bank eröffneten über Jahre hinweg in großem Stil Scheinkonten. Mehr als zwei Millionen Konten. Sie standen unter Verkaufsdruck, außerdem lockten Boni. Der ganze Schwindel flog auf. Wells Fargo muss 185 Millionen Dollar Strafe zahlen sowie weitere fünf Millionen Dollar an geschädigte Kunden.

Warren Buffett hat sich also geirrt. Von wegen sauberste Bank der Welt. Der Irrtum ist umso ärgerlicher, als Buffett als Großaktionär dabei Milliarden verloren hat. Ihm gehört rund ein Viertel aller Wells Fargo-Aktien. Das sind in Zahlen 479 Millionen Aktien. Der Skandal hat der Aktie ordentlich zugesetzt. In den Tagen nach Bekanntwerden der Strafe vergangene Woche verlor der Kurs mehr als sechs Prozent. Für Buffett war es ein Verlust von rund 1,5 Milliarden Dollar. Auch ein Börsen-Guru kann mal daneben liegen.

bs