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Von der Engel-Apotheke zum Milliarden-Konzern Die wichtigsten historischen Etappen von Merck

1668 Friedrich Jacob Merck erhält von Landgraf Ludwig VI das Privileg für eine Apotheke

1668: Grünes Licht vom Landgraf
Die Historie von Merck reicht zurück bis ins Jahr 1668. Damals – am 26. August – erhielt der Schweinfurter Apotheker Friedrich Jacob Merck von Ludwig VI, dem Landgraf von Hessen-Darmstadt, das Privileg für die Übernahme der am Schlossgraben gelegenen Hofapotheke.

Von der Engel-Apotheke zum Milliarden-Konzern Die wichtigsten historischen Etappen von Merck

1668 Friedrich Jacob Merck erhält von Landgraf Ludwig VI das Privileg für eine Apotheke

1668: Grünes Licht vom Landgraf
Die Historie von Merck reicht zurück bis ins Jahr 1668. Damals – am 26. August – erhielt der Schweinfurter Apotheker Friedrich Jacob Merck von Ludwig VI, dem Landgraf von Hessen-Darmstadt, das Privileg für die Übernahme der am Schlossgraben gelegenen Hofapotheke.

Die Engel-Apotheke in Darmstadt gegen Ende des 18. Jahrhunderts

1668: Die Engel-Apotheke
Die Stadtapotheke, die später zur "Engel-Apotheke" wird, ist die Keimzelle von Merck. Sie existiert bis heute noch. Inzwischen steht sie im Merck-Haus am Luisenplatz im Darmstädter Zentrum. Sie befindet sich nach wie vor in der Hand der Familie.

Emanuel Merck

1827: Weiterentwicklung des Unternehmens durch Emanuel Merck
Den Wandel von der Apotheke zum forschenden Industrieunternehmen schafft erst eineinhalb Jahrhundert später Emanuel Merck. Die Entdeckung einer neuen Klasse von Klasse von Wirkstoffen, den Alkaloiden, fasziniert ihn. Er erstellt eine Sendung von 16 Alkaloiden, die er an Ärzte, Chemiker und Apotheker vertreibt. Mercks Ziel ist, "sie mit wenigen Kosten in den Stand zu setzen, Versuche anzustellen".

1836 Bau der Alkaloid-Produktion

1836: Bau der Alkaloid-Produktion
Das Geschäft läuft so gut, dass Merck 1836 eine eigene Produktion von Alkaloiden beginnt. 1843 kauft er die erste Dampfmaschine.

1850 Gründung der Gemeinschafts-Sozietät E. Merck mit mehreren Teilhabern

1850: Gründung von E. Merck
Um die Firma zu sichern, gründet Merck 1850 mit seinen Söhnen ein Gemeinschaftsunternehmen, die Gemeinschaftssozietät E. Merck. Nach dem Tod von Emanuel Merck bauen  die Söhne das Geschäft aus.

Mumienteile in einer Ausstellungsvitrine

19. Jh.: Mumienteile als Nahrungsergänzungsmittel
1860 bietet Merck bereits rund 800 Produkte an. Darunter befinden sich auch exotische Nahrungsergänzungsmittel wie zu Pulver gemahlene Mumienteile.

1890 Gründung der Merck & Co

1890: Gründung der Merck & Co
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts expandiert das Unternehmen rasant. Es entwickelt unter anderem das erste Schilddrüsen-Präparat. Merck wandelt sich zunehmend von einer Großapotheke in ein Unternehmen für synthetische Wirkstoffe. 1887 gelingt der Sprung über den großen Teich mit der ersten Filiale in New York. 1890 gründet Georg Merck die Merck & Co.

1919 Trennung zwischen E. Merck und Merck & Co

1919: Trennung zwischen E. Merck und Merck & Co
Doch der Erste Weltkrieg bremst  die Expansionsträume des Darmstädter Unternehmens. Nach dem Kriegseintritt der USA beschlagnahmt die dortige Regierung Eigentum deutscher Firmen, darunter auch Merck & Co. Die Firma wird versteigert. Familienmitglied Georg Merck verhindert das Schlimmste und erwirbt Merck & Co. Allerdings nur unter der Auflage, dass Merck & Co nicht mehr au0ßerhalb Nordamerikas Geschäfte machen darf. Damit ist die Trennung des Merck-Konzerns besiegelt. Merck & Co darf nur in Nordamerika tätig werden, während E. Merck für den Rest der Welt zuständig ist. Diese Aufteilung ist bis heute geblieben. Die deutsche Merck tritt in Nordamerika nur unter dem Kürzel EMD auf. Merck & Co firmiert in Ausland unter MSD.

Zwangsarbeiter bei Merck

1942: Einsatz von Zwangsarbeitern
In der Nazi-Zeit ist der spätere Wehrwirtschaftsführer Karl Emanuel Merck für die Geschäftsleitung zuständig. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs werden ab 1942 auch Zwangsarbeiter aus Osteuropa für die Produktion von chemischen Pflanzenschutzmitteln und kriegswichtigen Arzneimitteln eingesetzt. Sie werden schlecht bezahlt und behandelt.

Zerstörtes Darmstadt 1945

1944: Zerstörung des Merck-Werks
Bei einem Luftangriff 1944 wird das Darmstädter Werk fast vollständig zerstört. 60 Menschen kommen um. Das Bild zeigt daszerstörte Darmstadt 1945.

Nach 1945 Neustart der Merck-Fabrik

nach 1945: Neustart der Merck-Fabrik
Nach dem Zweiten Weltkrieg versucht Merck neu zu erfinden und entwickelt Flüssigkristalle. Zudem werden neue Wirkstoffe auf den Markt gebracht, darunter Oxymetalocin. Auch eine Anti-Baby-Pille bieten die Darmstädter an - mit mäßigem Erfolg. Nach ein paar Jahren wird die Pille eingestellt.

Kinder an Ostern in einem Kinderheim 1961

bis 1970er Jahre: Tests von Präparaten an Heimkindern
Neu entwickelte Arzneien wurden teilweise an Heimkindern bis in die 1970er Jahre getestet. Das enthüllen Medien vor zwei Jahren.

1995 Börsengang und Gründung der Merck KgaA

1995: Börsengang der Merck KgaA
Erst 1995 ändert Merck seine Gesellschaftsform und gründet eine KgaA. Damit ist der Weg frei für die Börse. Am 20. Oktober wagt Merck den Sprung aufs Parkett – zum Ausgabekurs von umgerechnet 13,81 Euro. Es ist damals der größte Börsengang in Deutschland mit einem Volumen von 2,4 Milliarden D-Mark.

Hans Joachim Langmann

2000: Neuaufstellung der Unternehmensführung
Eine neue Ära beginnt ab der Jahrtausendwende. Die Familie gibt 2000 die operative Führung ab, behält aber die Kontrolle am Unternehmen. Bis heute liegen gut 70 Prozent der Aktien im Besitz der gut 266 Familienmitglieder.

Merck-Aktie

2007: Dax-Aufstieg
Es dauert 12 Jahre, bis Merck in die erste Börsenliga, den Dax aufsteigt.

2007 Übernahme von Serono

2007: Übernahme von Serono
Nachdem Merck beim Versuch, den Berliner Pharmakonzern Schering zu übernehmen, leer ausgegangen ist, kaufen die Darmstädter ein lukratives Schweizer Biotech-Unternehmen: Serono. Über zehn Milliarden Euro blättern sie dafür hin. Serono wird rasch integriert. 2012 muss das Werk in Genf schließen. Die Serono-Mitarbeiter streiken, über 1.300 Jobs fallen weg.

2015 Übernahme von Sigma-Aldrich

2015: Übernahme von Sigma-Aldrich
Neun Jahre später geling Merck der nächste große Coup: Für 13,1 Milliarden Euro schlucken die Darmstädter die US-.Firma Sigma Adrich. Es ist der größte Zukauf der Firmengeschichte. Seit 2007 hat so der Pharma- und Chemiekonzern gut 40 Milliarden Euro für Zukäufe ausgegeben. Das treibt das Wachstum. Im Frühjahr 20177 erreicht die Merck-Aktie ihr Rekordhoch.