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Finanz-Communites: Ariva Vom Börsenboard zum Daten-Lieferanten

Stand: 17.06.2016, 16:39 Uhr

Ein Kind des ersten Börsenbooms vor der Jahrtausendwende ist die Finanzplattform Ariva. Die Anleger-Gemeinde trifft sich auch anno 2016 noch in den "Threads" des Kieler Unternehmens. Doch Ariva ist deutlich mehr als ein Börsenforum.

Als Jochen Pape im Jahr 1998 "Ariva" aus der Taufe hob, trafen sich gleich mehrere Entwicklungen: Das zunehmende Interesse der Deutschen an der Aktie - der Neue Markt war gerade gegründet worden - traf auf die technischen Möglichkeiten des Internets. Man konnte sich in Echtzeit über börsennotierte Unternehmen, ihre Geschäftszahlen und die Kursentwicklungen austauschen.

Dotcom-Blase überstanden

Ariva-Gebäude in Kiel

Ariva-Gebäude in Kiel. | Bildquelle: Unternehmen

Die Zeit der Online-Broker war einige Jahre zuvor angebrochen. Mit der HypoVereinsbank-Tochter DAB Bank und Consors gab es bereits seit 1994 zwei Anbieter, die rasenden Zulauf fanden. Privatanleger konnten Aktien oder Zertifikate erstmals sekundenschnell direkt handeln.

Nicht zuletzt begannen die Aktienmärkte vor der Jahrtausendwende ihren kometenhaften Aufstieg, der dann mit dem Platzen der Dotcom-Blase im Crash endete. Diskussionsbedarf unter den Privatanlegern und Hobby-Tradern gab es damit also auch dann noch reichlich.

Datenbank, Tools, Websites

Ariva aber hatte sich zwischenzeitlich längst weiterentwickelt. Bereits im Jahr 2000 wurde die Ariva.de AG gegründet. Das Unternehmen integrierte Nachrichtenangebote in seinen Internet-Auftritt, baute umfangreiche Datenbanken - etwa für Zertifikate - auf, um Kundschaft aus dem Finanzbereich mit Analyse-Tools rund ums Börsengeschehen zu beliefern.

Screenshot der Ariva-Community-Website

Screenshot der Ariva-Community-Website. | Bildquelle: Unternehmen

18 Jahre nach dem Unternehmensstart ist Ariva fest in der Finanz-Szene verdrahtet. Zu den Kunden gehören heute eine Reihe von Direktbanken wie die ING Diba oder der S-Broker des Sparkassen-Systems. Partnerschaften bestehen mit den Börsen Frankfurt oder Düsseldorf.

Ariva erstellt mit ingesamt 60 Mitarbeitern aus einem schicken Neubau im Kieler Wissenschaftspark Finanz-Apps für Smartphones, managt komplette Internet-Auftritte und lizenziert seine Datenbank-Anwendungen europaweit an 25 Firmen.

Tausende Beiträge pro Tag

Die Nutzer der Plattform werden mit Aktien-Analysen, aktuellen Nachrichten und natürlich Kursen und Charts "ihrer" Lieblingstitel versorgt. Und natürlich ist das Forum auch heute noch eines der Kernstücke des Arvia-Auftritts. Rund 40 Millionen Seitenaufrufe, neudeutsch "page impressions", zählt die Seite derzeit allmonatlich. Jeden Tag werden tausende neuer Beiträge eingestellt und diskutiert.

Im Unterforum "Hot Stocks" diskutieren die Ariva-Nutzer zurzeit über Biotech-, Solarstrom- und Minenaktien und ihre Kurschancen. Ein Thread mit dem Kurstitel "Commerzbank jetzt Kaufen - Kursziel 28" hat überlebt, obwohl Commerzbank-Anleger seit dem Start im Jahr 2006 mehr als 90 Prozent verloren haben dürften. Heute wurde der 262.015. Beitrag verfasst.

Ein Herz nicht nur für Aktien

Es geht zwar um Kurschancen und private Gewinne, doch im Board rührt sich auch der Gemeinnutz. Ende vergangenen Jahres schlug ein User vor, einen Teil der mit der Aktie der Hypoport AG erzielten Gewinne zu spenden. Gesagt, getan: Bis Juni 2016 kamen mehr als 61.000 Euro an Spenden für die Organisation DESWOS zusammen, die sich für Menschen in Armut und Wohnungsnot einsetzt. Aktien-Anlage muss also kein Ego-Trip sein.

AB