Pleiten, Pech und Pannen

Chinesischer Bankangestellter hinter Geldstapeln zählt Yüan-Scheine

Chinas größter Wertpapierhändler Um 148 Milliarden Euro kann man sich mal vertun...

Stand: 26.11.2015, 10:34 Uhr

Der größte Wertpapierhändler Chinas hat sich verrechnet. Kann schon mal passieren - zumindest, wenn man beide Augen zudrückt. Dieser Fehler ist allerdings so gigantisch, dass zwei Augen nicht ausreichen.

Der Wertpapierhändler Citic hat Finanzderivate zu hoch angesetzt. Um umgerechnet 148 Milliarden Euro haben sich die chinesischen Broker verrechnet. Es handle sich vor allem um Papiere, die während des Börsen-Crash im Sommer gehandelt wurden.

Und wer hat Schuld? Die Technik. Ein Software-Update habe zu der Panne geführt. Ein Citic-Sprecher sagte allerdings, dass der Vorfall keine Auswirkungen auf die Geschäftsberichte haben werde. Die falsche Zahl sei nur in Statistiken für die Finanzaufseher enthalten gewesen.

Bisher gab es keine Vorwürfe gegen die Citic, dass man sich dort falsch verhalten habe. Geprüft wird der Fall von der Branchenvereinigung Sac trotzdem. Sie untersteht der chinesischen Wertpapieraufsicht.

Aktienhype in China

Im Juli hatte es erhebliche Verluste an Chinas Börse gegeben. Der Zusammenbruch des Marktes war wohl absehbar: Die chinesischen Kleinanleger kauften ihre Aktien auf Pump. Vom Teenager bis zum Taxifahrer, alle zockten mit.

Die Regierung stützte den Aktien-Wahn der Bürger indes, indem er die Käufe förderte. Die Börse sollte der nächste Wachstumstreiber der zuvor ständig boomenden, chinesischen Wirtschaft werden.

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge will die chinesische Börsenaufsicht nun verstärkt gegen auf Pump finanzierte Derivate-Deals vorgehen. Damit will die Aufsicht vermeiden, dass sich erneut eine Blase am Aktienmarkt bildet. Eigentlich habe man die Geschäfte schon im Sommer stoppen wollen, konnte dem Druck der Broker und ihrer Lobby allerdings nicht standhalten.

cw