US-Finanzpolitik

Donald Trump

Mit dem Establishment gegen das Establishment Trumps Allianz mit den Goldmännern

Stand: 13.12.2016, 15:05 Uhr

Donald Trump führt seinen Kampf gegen das Establishment auf eine recht spezielle Weise: Ein Kabinett voller Milliardäre und Multimillionäre soll helfen, Amerika, Arbeiter und Abgehängte wieder groß zu machen. Vor allem die Investmentbank Goldman Sachs spielt eine herausragende Rolle.

Goldman Sachs regiert die Welt, titelte jüngst die "FAZ". Es folgt ein langer Text, viele Gedanken und eine Aufzählung von Goldman-Investmentbankern in führenden politischen Positionen rund um den Globus. Seit geraumer Zeit wird über die Verquickung der Investmentbank mit der Politik diskutiert, die durch den Begriff "Government Sachs" auf den Punkt gebracht werden soll.  

Drei Goldmänner an der Spitze

Wie es scheint, erreicht Goldmans Nähe zur Macht nun eine neue Qualität: Der designierte US-Präsident Donald Trump holt einen weiteren Manager der Investmentbank an seine Seite. Nach übereinstimmenden Medienberichten will er den 56 Jahre alten Gary Cohn aus der Spitze der Investmentbank zu seinem wichtigsten Wirtschaftsberater machen. Als Chef des Nationalen Wirtschaftsrats wäre er künftig für die Koordination der Wirtschaftspolitik der Regierung zuständig.

Mit Cohn würde Trump bereits die dritte Position mit einem Goldman-Sachs-Banker besetzen. Der designierte Finanzminister Steve Mnuchin arbeitete für das Unternehmen, ebenso wie Trumps Chefstratege im Weißen Haus, Stephen Bannon.

 Neue Balance ist nötig

Steven Mnuchin

Steven Mnuchin. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Das ist interessant, weil Trump während des Wahlkampfs die These aufgestellt hatte, dass seine Konkurrentin Hillary Clinton von Goldman Sachs "total kontrolliert" werde. Außerdem hatte Trump den Bank-Chef Lloyd Blankfein im Wahlkampf noch als Mitglied einer "globalen Machtstruktur" bezeichnet, welche die US-Arbeiterschaft ausbeute.

In einem Interview mit den "Handelsblatt" hat Blankfein nun jüngst seine Vorstellungen von Trumps Präsidentschaft geäußert. Er erwartet einen schnellen Abbau von Auflagen für die Finanzbranche. "Ich bin immer davon ausgegangen, dass einige Regeln wieder gelockert werden", so Blankfein. Nach der Finanzkrise seien viele Kontrollen aus einer "traumatischen Situation" heraus beschlossen worden. Das Pendel sei zu weit in eine Richtung ausgeschlagen, nötig sei eine neue Balance.

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Blankfeins Ex-Mitarbeiter und Kollegen werden Trump nun dabei helfen, eine neue Balance für den Finanzmarkt und die Bankbranche zu finden. Ob das im Interesse des amerikanischen Arbeiters ist, oder vielleicht doch eher der von Trump einst geschmähten Wall Street und dem sogenannnten Establishment dient, wird die Zukunft zeigen.

ts