Frida Kahlo-Puppe von Mattel

Streit um Frida-Kahlo-Barbie Mattel: PR-Desaster im Puppenhaus

Stand: 12.03.2018, 12:57 Uhr

„Weibliche Vorbilder", heißt die Barbie-Serie, mit der Mattel zum Weltfrauentag glänzen wollte. Um das Vorbild Frida Kahlo, eine mexikanische Malerin, ist ein Streit entbrannt. Die Familie behauptet, Mattel habe keine Rechte eingeholt.

Die Gleichberechtigung der Frau ist ein wichtiges Thema unserer Gegenwart. Sie wird in den Medien facettenreich und breit diskutiert. Es ist längst auch in den Unternehmen angekommen, dass es sich lohnen könnte, hier Flagge zu zeigen – wenn auch häufig leider nur symbolisch. Denn noch immer sind die meisten Führungspositionen mit Männern besetzt. boerse.ARD.de hat sich jüngst mit dem Thema anlässlich des Weltfrauentags auseinandergesetzt: Schluss mit dem Männerclub Börse.        

Auch der Spielekonzern und Barbie-Macher Mattel hat sich das Thema vorgenommen. Schließlich ist gerade die Barbie-Produktreihe Feministinnen ein Gräuel. Mattels Barbie war jahrzehntelang nur als blonde weiße Frau zu haben. In den vergangenen Jahren änderte der US-Spielwarenriese sein Puppensortiment. Mittlerweile gibt es auch kleine und kurvige Barbies mit verschiedenen Haar- und Hautfarben. Sogar eine Barbiepuppe mit Kopftuch gibt es schon.    

Rollenmodelle & Vorbilder von Mattel

500-Mexikanische-Pesos-Schein mit Portrait der Künstlerin Frida Kahlo

Mexikanischer Peso. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Zum Weltfrauentag hat der US-Spielwarenhersteller Mattel jedenfalls neue Barbiepuppen präsentiert, die sich an realen Frauen wie der mexikanischen Malerin Frida Kahlo und einer Reihe von Sportlerinnen orientieren. „Barbie feiert Rollenmodelle“, lautet der Name der Serie. Eine andere Serie namens "Inspirierende Frauen" würdigt historische Persönlichkeiten, etwa die US-Flugpionierin Amelia Earhart und die US-Mathematikerin Katherine Johnson.

Ausgerechnet um eine Barbie-Puppe in Gestalt der mexikanischen Malerin Frida Kahlo (1907-1954) wird nun gestritten ist: Mattel habe nicht die notwendigen Rechte zur Produktion der Puppe eingeholt, hieß es in einer per Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichten Mitteilung der Familie Kahlo. Diese lägen ausschließlich bei Kahlos Großnichte, Mara de Anda Romeo.

Wer hat recht?

Mattel wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen habe die Rechte eingeholt und die Puppe in enger Zusammenarbeit mit Frida Kahlo Corporation erstellt, hieß es in einer Mitteilung, aus der die dpa zitiert. Pineda Kahlo war die Erbin von Frida Kahlo und hatte ihre Rechte vor ihrem Tod an die Frida Kahlo Corporation verkauft. Pineda Kahlos Tochter und Enkelin behaupten allerdings, die Rechte lägen seit 2010 wieder bei ihnen, die Frida Kahlo Corporation bestreitet das.

Der Vorstand von Mattel besteht übrigens aus elf Mitgliedern, vier davon sind Frauen.

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Mattel
1945 von Harold Matson, Elliot Handler und dessen Frau Ruth in einer Garage gegründet, ist Mattel heute der größte Spielzeugkonzern der Welt. 2016 machten die Amerikaner einen Umsatz von umgerechnet 5,2 Milliarden Euro. Bekannt wurde Mattel durch seine Barbie-Puppen und die Masters-of-the-Universe-Action-Figuren. Seit einiger Zeit hat Mattel aber mit schwindender Nachfrage zu kämpfen. Die Barbie-Figuren finden immer weniger junge Fans. Die Toys 'R' Us-Insolvenz versetzt Mattel einen zusätzlichen Schlag.

ts