Herbert Diess, VW

Spitzenverdiener So viel verdient VW-Chef Diess

Stand: 12.03.2019, 08:31 Uhr

Für eine Vergütung von zehn Millionen Euro hat es im vergangenen Jahr zwar noch nicht gereicht, doch das liegt eher daran, dass Herbert Diess seinen Vorgänger an der Spitze von Volkswagen Matthias Müller erst im April abgelöst hat. Doch auch so gehört Diess zu den Spitzenverdienern.

Dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht zufolge erhielt Diess 2018 insgesamt knapp 8,5 Millionen Euro. Darin sind neben dem Festgehalt, variablen Vergütungen und Langzeitboni (LTI) auch die Versorgungsansprüche enthalten.

Damit lag Diess im oberen Mittelfeld der Chefs deutscher Dax-Konzerne. Spitzenverdiener war Allianz-Chef Oliver Bäte mit etwas mehr als zehn Millionen Euro gefolgt von SAP-Vorstandschef Bill McDermott mit rund 9,8 Millionen Euro.

Gut 50 Millionen für die Vorstände

Daimler AG-Chef Dieter Zetsche nachdenklich

Daimler AG-Chef Dieter Zetsche. | Bildquelle: Imago

Daimler-Chef Dieter Zetsche kam auf knapp sechs Millionen Euro. Diess hatte im April vorigen Jahres den damaligen Volkswagen-Chef Matthias Müller abgelöst und führt den Wolfsburger Konzern seither zusammen mit der Markengruppe um VW. 2017 hatte seine Gesamtvergütung bei 5,2 Millionen gelegen. Müller verdiente als Konzernchef einschließlich Nebenleistungen und Versorgungsansprüchen 2017 etwas mehr als zehn Millionen Euro.

Insgesamt stiegen die Vorstandsbezüge bei Volkswagen im vergangenen Jahr leicht auf 50,3 Millionen Euro. Der Konzern steigerte das operative Ergebnis trotz der Belastungen durch das neue Abgasmessverfahren WLTP auf 13,9 (Vorjahr 13,8) Milliarden Euro.

Gehaltssystem neu geordnet

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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VW hat 2017 sein Gehaltssystem für Vorstände komplett neu aufgestellt. Die Festvergütung wurde kräftig auf bis zu 1,9 Millionen Euro angehoben. Für den Vorstandsvorsitzenden wurde die Auszahlung auf zehn Millionen Euro pro Jahr gedeckelt, für einfache Vorstandsmitglieder von 5,5 Millionen Euro festgelegt. Solche Höchstgrenzen sind inzwischen in vielen Unternehmen üblich, auch der Corporate Governance Kodex fordert dazu auf.

Davor hatte Volkswagen durch hohe Erfolgsboni für Schlagzeilen gesorgt. Der damalige Konzernchef Martin Winterkorn, der wegen der Dieselaffäre 2015 zurücktrat, hatte vor einigen Jahren mit einem Rekordgehalt von 17,5 Millionen Euro für Kritik gesorgt. Seine Bezüge wären sogar auf 20 Millionen Euro gestiegen, wenn der Aufsichtsrat nicht nachträglich eingegriffen und das Gehalt gekürzt hätte.

lg

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Martin Zielke
Unter den Dax-Vorständen gehört Commerzbank-Chef Martin Zielke eher zu den Geringverdienern. 2018 kam er auf eine Gesamtvergütung von gut 1,96 Millionen Euro, nach 2,87 Millionen im Vorjahr. Davon sind 1,3 Millionen Euro Grundgehalt, der Rest wird zum Großteil erst später abhängig vom Geschäftserfolg ausgezahlt.