Jahrestag

Silhouette von Facebook CEO Mark Zuckerberg unter einem Facebook-Icon

Zehn Jahre Facebook Seid umschlungen, Milliarden

Stand: 03.02.2014, 08:19 Uhr

Die Geschichte von Facebook ist eine der faszinierendsten Unternehmensstories der vergangenen Jahrzehnte. Am Dienstag wurde Facebook zehn Jahre alt. Das wichtigste soziale Netzwerk hat den Gründer Mark Zuckerberg fantastisch reich gemacht und das Leben von uns allen verändert.

Allerdings vielleicht nicht nur zum Guten, wie eine aktuelle französische Studie herausgefunden haben will. Je mehr die Versuchspersonen Facebook nutzten, desto depressiver fühlten sie sich, stellten Forscher vom Institut Pluridisciplinaire Hubert Curien kürzlich fest. Das mag für Nutzer zutreffen oder auch nicht. Eines ist aber ziemlich sicher: Je mehr Personen Facebook nutzen, desto reicher werden Zuckerberg und seine Aktionäre.

Von eins auf über eine Milliarde

Das klappt im Augenblick wirklich blendend. Die jüngsten Quartalszahlen boten beeindruckende Daten. Im Jahr 2013 machte Facebook einen Umsatz von 7,9 Milliarden Dollar aus Werbung und Online-Spielen. Die Aktie kletterte im Verlauf der vergangenen zwölf Monate um mehr als 100 Prozent. Mehr als 1,2 Milliarden Nutzer sind derzeit weltweit bei Zuckerbergs Freunde-Club aktiv.

Auch in Deutschland ist Facebook eminent päsent. Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom nutzen 78 Prozent der hiesigen Internet-Surfer mindestens ein soziales Netzwerk. Facebook ist der Spitzenreiter: 56 Prozent der Web-User sind bei dem US-Netzwerk aktiv. 83 Prozent der 14- bis 29-Jährigen haben laut Bitkom ein Profil bei Facebook. Und das Beste ist: "Das Beste kommt noch", prognostiziert jedenfalls "Handelsblatt".

"Wem der große Wurf gelungen…"

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg 2004 an der Harvard University, Cambridge

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg 2004 an der Harvard University, Cambridge. | Quelle: picture-alliance/dpa

Geplant war das alles nicht, wie Zuckerberg jüngst verriet. Als 19-Jähriger programmierte er im Januar 2004 eine Website, die Harvard-Studenten vernetzen sollte. Einen Monat später geht Thefacebook.com online. Nachdem die erste Version von Facebook für seine Harvard-Kommilitonen fertig gewesen sei, habe er zu seinen Freunden gesagt: "Okay, das ist klasse, dass es jetzt dieses Instrument und diese Gemeinschaft an unserer Uni gibt."  

"Keine Frage, eines Tages wird das jemand für die Welt bauen. Es kam mir überhaupt nicht in den Sinn, dass wir das sein könnten", verrät er. Facebook breitete sich zunächst über die US-Eliteunis aus und zog schließlich an allen Rivalen vorbei. Da kann man mal sehen, wozu selbst abgebrochene Harvard-Studenten fähig sind: Zuckerberg beendete sein Studium an der Elite-Uni nicht und zog im Mai 2004 nach Silicon Valley. Die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.

"… eines Freundes Freund zu sein"

Facebooks Wachstumstrend scheint bis heute ungebrochen. Vor allem das starke Nutzerwachstum im mobilen Bereich lässt die Börse jubeln. "Wenn man sich die Größe unserer Gemeinschaft anschaut, bin ich sehr begeistert über die Geschwindigkeit des Wachstums", sagte Zuckerberg. "Die Leute beteiligen sich auch mehr."

Das Ziel des Facebook-Erfinders lautet, jeden zu vernetzen und durch Teilen die zu Welt verbessern. Die Zahl der "Gefällt mir"-Klicks lag an einem normalen Tag im Dezember bereits bei mehr als sechs Milliarden. Dem ersten Teil seiner Wunschliste ist er also näher gekommen.

Facebook-Nutzer

Facebook-Nutzer. | Bildquelle: Facebook

Zweifel am Geschäftsmodell

Facebook-Kursnotierung an der Nasdaq

Facebook-Kursnotierung an der Nasdaq. | Quelle: picture-alliance/dpa

Dabei sah es nach dem verkorksten Börsengang im Mai 2012 beinahe so aus, als könnte die Glückssträhne ein Ende finden. Das Unternehmen und seine Berater überschätzten die Nachfrage und schraubten den Ausgabepreis immer höher auf am Ende 38 Dollar.

Gleichzeitig weckte die Abwanderung der Nutzer vom PC auf mobile Geräte bei den Anlegern inzwischen wohl widerlegte Zweifel am Facebook-Geschäftsmodell: Das Online-Netzwerk verdiente zu diesem Zeitpunkt noch kein Geld in seinen Smartphone-Apps.

"Wir haben Fehler gemacht"

"Wir haben haufenweise Fehler gemacht", räumte Mark Zuckerberg später ein. Die Folge war ein Debakel. Zunächst stützten die Banken den Kurs, dann stürzte die Aktie ab. Nur wenige Monate später kostete das Papier mit 18 Dollar weniger als die Hälfte des Ausgabepreises. Zuckerberg hat das Ruder längst wieder herumgerissen. Mittlerweile ist Facebook an der Börse mehr als 150 Milliarden Dollar wert.

Derzeit wird darüber spekuliert, dass Facebook bei jungen Menschen außer Mode geraten könnte. In der Tat sinkt die Zahl der Nutzer im Alter zwischen 18 bis 24 Jahren. Viele Jugendliche bevorzugen offenbar Messenger-Dienste wie Snapchat oder WhatsApp, auch die Blogging-Plattform Tumblr und der Kurzbotschaftendienst Twitter sind beim Nachwuchs zunehmend beliebt.

Notfalls dürfte Facebook genügend Milliarden zusammenkratzen können, um die Konkurrenz einfach zu kaufen, bevor sie zu groß wird.

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Wie Facebook sein Geld verdient Geldquellen

Screenshot Werbung auf Facebook-Seite

Screenshot Werbung auf Facebook-Seite

ts