CDO, ABS und MBS

US-Einfamilienhäuser vor Hochhaus-Skyline

Revival der US-Hypothekenpapiere Schöne alte Welt?!

Stand: 13.09.2013, 08:18 Uhr

Kaum zu glauben, aber wahr: Fünf Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers werden die einst so verteufelten Finanzinstrumente der Banker wieder börsensalonfähig.

Forderungsbesicherte Wertpapiere, so genannte Asset Backed Securities (ABS), feiern an den Finanzmärkten ein Comeback. Zahlreiche große Institute haben in diesem Jahr versucht, insbesondere das Geschäft von mit US-Hauskrediten besicherten Anleihen (Mortgage Backed Securities – MBS) wiederzubeleben.

Aber auch an neuen Collateralized Debt Obligations (CDOs) schraubt die Branche. Dabei sind wohl einige Transaktionen mangels Interesse gescheitert, andere gingen glatt über die Bühne, heißt es in Medienberichten.

Fragwürdige Geschäfte

Das hat noch Potenzial, scheinen sich einige Banken-Chefs zu denken. Credit-Suisse-Chef Brady Dougan jedenfalls gab sich gegenüber der "Financial Times" (Dienstag) äußert selbstbewusst: Geschäfte, die im Zuge der Finanzkrise für tot erklärt worden waren, wie die Bündelung und Weitergabe von Risiken aus US-Häuserkrediten an den Kapitalmarkt, könnten wieder aufleben.

Damit wagt sich Dougan in der öffentlichen Wahrnehmung auf ein Minenfeld. Gilt doch das Geschäft mit den verbrieften Wertpapieren als einer der Hauptauslöser für die Finanzkrise. Zahlreiche Großbanken, darunter etwa die Credit Suisse, JPMorgan, UBS und die Deutsche Bank sollen ihren Kunden miese Kreditverbriefungen, meist in undurchsichtigen Finanzprodukten wie CDOs gebündelt, angedreht und sie über die wahren Risiken in Unkenntnis gelassen haben.

Wie CDOs zur Finanzkrise beitrugen

Collateralized Debt Obligations (CDOs) gehören zur Gruppe der forderungsbesicherten Wertpapiere (Asset Backed Securities). Aufgrund ihrer komplizierten Konstruktion gelten die Risiken von CDOs als schwer durchschaubar. Offenbar stiegen auch viele Ratingagenturen hier nicht richtig durch: Moody's, Standard & Poor's, Fitch - sie alle verteilten in den Jahren 2007 bis Mitte 2008 Top-Ratings für CDOs.

Als die Fed aber das Zinsniveau anhob und zugleich die Immobilienblase platzte, wurden die CDOs reihenweise wertlos. Das führte wiederum zu massiven Verlusten und teils zur Zahlungsunfähigkeit zahlreicher Finanzinstitute. Am 15. September 2008 meldete Lehman Brothers Insolvenz an, andere Institute konnten nur dank des Engagements des Staates gerettet werden.

550 Millionen Dollar Strafe

In vielen Fällen wurden die Qualität der Kredite und die Solvabilität der Schuldner zu rosig dargestellt, monierte die US-Börsenaufsicht SEC und verdonnerte die Banken zu Strafen in Millionenhöhe. Der wohl prominenteste Fall war Goldman Sachs. Die US-Investmentbank zahlte im Jahr 2010 in einem Vergleich mit der SEC 550 Millionen Dollar.

Kein Wunder also, dass sich Dougan beeilt, die Unterschiede zu damals herauszustreichen: Anders als früher soll nun nicht mehr nur das reine Wachstum, sondern auch Kosten- und Renditedisziplin im Mittelpunkt stehen.

Exklusiver Club

Dougan ist übrigens Mitglied eines wahrlich exklusiven Banker-Clubs: des Banker-Clubs der Überlebenden. Der Credit-Suisse-Chef ist nämlich einer von nur drei großen Banken-Bosses, welche während all der Turbulenzen der vergangenen fünf Jahre durchgehend an der Spitze ihrer Bank standen. Neben ihm haben dieses Kunststück nur Jamie Dimon bei JPMorgan und Lloyd Blankfein bei Goldman Sachs vollbracht.

ag