PPI-Werbesopt mit Arnold Schwarzenberger-Roboter

Werbespot Wie der Terminator die britische Lloyds Bank Millionen kostet

von Martin Mrowka

Stand: 01.11.2017, 15:04 Uhr

Mehrere ungewöhnliche Werbespots mit einem Schwarzenegger-Kopf sorgen bei der britischen Großbank Lloyds für Millionen-Einbußen.

"Make a decision! Do it noooow!" Ein Terminator-Kopf, der auf einen fahrbaren Roboter montiert ist, grölt das mit österreichischem Akzent in verschiedenen Werbespots den unentschlossenen Kunden entgegen. Die verstörende Anzeigenkampagne will mit dem Konterfei von Arnold Schwarzenegger betroffene Briten animieren, möglichst sofort einen Antrag auf Entschädigung wegen einst überteuerter Versicherungspolicen zu stellen.

Die Einspruchsfrist läuft zwar erst in zwei Jahren ab, doch handeln sollen nach dem Willen der britischen Finanzaufsicht FCA betroffene Kunden jetzt. Und der Aufruf scheint zu funktionieren: Nach Kampagnenstart Ende August sei die wöchentliche Zahl der Anträge auf Entschädigung um rund 2.000 auf zuletzt etwa 16.000 gestiegen, erklärte die Bank.

Banken verkauften Briten unnötige Kreditversicherungen

Das kostet die Großbank Millionen. Anders als von einigen Analysten zuvor befürchtet, stellte Lloyds im vergangenen Quartal bei der Vorlage von Geschäftszahlen aber keine zusätzlichen Mittel zurück. Im Juli hatte sie dafür noch 700 Millionen Pfund verbucht.

Zwischen 1990 und 2010 hatte unter anderem auch die Lloyds Bank in Großbritannien den Kunden massenhaft meist unnötige Kreditversicherungen verkauft. Diese sollten Kreditnehmer vor Zahlungsausfällen schützen, etwa wenn sie krank oder arbeitslos würden. Doch wurden sie auch Konsumenten verkauft, die dafür gar nicht in Frage kamen, etwa Selbstständige. Diese Payment Protection Insurance (PPI) kann per Klage nun weitgehend rückvergütet werden. Allein Lloyds hat dafür bereits 1,7 Milliarden Pfund (knapp zwei Milliarden Euro) locker gemacht.

Lloyds-Gewinn mehr als verdoppelt

Lloyds konnte trotz höherer Belastungen durch faule Kredite in Höhe von 270 Millionen Pfund ihren Gewinn im dritten Quartal mehr als verdoppeln. Der Vorsteuergewinn stieg von 811 Millionen Pfund auf 1,95 Milliarden Pfund (2,2 Milliarden Euro), wie das Geldhaus in der vergangenen Woche mitteilte. Das Institut profitierte insbesondere von einem höheren Zinsüberschuss.

Die Rückstellungen für die alten Policen sind für Lloyds offenbar zu verkraften. Dennoch senkten zuletzt einige Analysten wie Goldman Sachs und S&P Global ihre Kursziele für die britische Bank.

Die Finanzaufsicht will mit den aufwändigen Werbespots "das ganze Getöse rund um das Thema übertönen", erklärte Andrew Bailey, der Chef der FCA. "Das soll die Menschen dazu bringen, zumindest herauszufinden, ob sie betroffen sind und eine Klage anstreben." (Hier geht's zum Werbespot bei YouTube.)

"I'll be back"

Bezahlen müssen die Kampagne, deren Kosten mit insgesamt 42 Millionen Pfund beziffert werden, übrigens jene 18 Firmen, die die meisten Klagen zu verzeichnen hatten. Darunter finden sich mehrere Großbanken, aber auch Wohnbaugesellschaften und Kreditkartenfirmen. Sie müssen wohl auch noch in den kommenden zwei Jahren die eine oder andere Entschädigungs-Million zurückstellen. Drei weitere Spots mit "Arnie" sind bereits geplant.