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Börse Düsseldorf

Börse Düsseldorf wird verkauft Regionalbörsen schließen sich zusammen

Stand: 12.12.2016, 11:44 Uhr

Nicht nur unter den großen Börsenbetreibern weltweit, sondern auch unter den kleinen deutschen Regionalbörsen kommt es zur Konsolidierung. Die Börse Düsseldorf verbündet sich mit Hamburg und Hannover.

Brauchen wir in fast jedem Bundesland eine Regionalbörse? Das fragen sich seit langem viele Investoren und Finanzmarktexperten. Nirgendwo in Europa gibt es so viele regionale Börsenbetreiber wie in Deutschland. Neben Frankfurt betreiben Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf, Hannover, Berlin und München eine eigene Börse. Die meisten von ihnen führen ein trauriges Nischendasein im Schatten der Deutschen Börse. Diese dominiert mehr als 90 Prozent des börslichen Wertpapierhandels.

Nur Stuttgart hebt sich ab

Einzig die Börse Stuttgart kann sich gut behaupten. Sie hat sich auf den Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen spezialisiert und spielt hier eine wichtige Rolle. Im Geschäft mit Unternehmensanleihen ist Stuttgart Marktführer in Deutschland, bei den Zertifikaten sogar europäischer Marktführer.

ie anderen Regionalbörsen leiden unter der Dominanz Frankfurts. Mit Mittelstandsanleihen fanden sie zeitweise eine kleine Nische, die sich inzwischen aber als Riesenflop erwiesen hat. Besonders die Börse Düsseldorf hatte zuletzt mit einem Umsatzrückgang im Anleihehandel zu kämpfen. Nun ziehen die Eigentümer die Reißleine und bringen Bewegung in die verschlafene Welt der Regionalbörsen.

Düsseldorf kooperiert mit Hamburg und Hannover

Der Düsseldorfer Börsenrat entschied in der vergangenen Woche, den operativen Betrieb an die Böag Börsen AG abzugeben, den Betreiber der Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg und der Niedersächsischen Börse zu Hannover. Die drei Regionalbörsen wollen künftig gemeinsam ihre Kräfte bündeln und bei Zulassungen sowie der Handelsüberwachung enger zusammenarbeiten. Die Börsen Hamburg und Hannover dürften darüber hinaus an Quotrix, dem von den Düsseldorfern entwickelten elektronischen Handelssystem, interessiert sein. Zudem erhoffen sich die Börsenbetreiber Einsparungen in den Bereichen IT und Personal.

Für Kunden und Marktteilnehmer soll sich nichts ändern, betont die Düsseldorfer Börse. Alle Angebote werden fortgeführt, erklärte der Börsenrat.

nb