Porträt

John Paulson

In der Krise Milliarden verdient John Paulson, der Subprime-König

Stand: 25.08.2014, 11:12 Uhr

Superstar, Krösus, "König des Geldes": John Paulson verdiente 2007 mit Wetten gegen den amerikanischen Immobilienmarkt so viel wie kein anderer Hedgefonds-Manager zuvor in einem Jahr: sagenhafte 3,7 Milliarden Dollar. Doch das war nur der Anfang.

Glaubt man dem "Wall Street Journal", hat Paulson im Jahr 2010 einen Verdienst von fünf Milliarden Dollar und damit den größten Gehalts-Scheck der Geschichte eingestrichen. Offiziell bestätigt wurde das nie, aber Insider berichteten damals, die Zahl sei glaubwürdig.

Paulson erzielte mit seinem Fonds Paulson & Co einen Gewinn von circa 24 Milliarden Dollar. Davon erhielt der Hedgefondsmanager eine Gewinnbeteiligung von circa 20 Prozent, das sind etwa fünf Milliarden Dollar. Damit legte John Paulson den Grundstock für sein zeitweise auf zwölf Milliarden Dollar geschätztes Vermögen.

Medien jubeln

Das Investment-Magazin "Alpha" jubelte, Paulsons Reichtum sei "die tollste Zurschaustellung privater Vermögensbildung in der modernen Finanzgeschichte". Wie war es dazu gekommen?

Paulson hatte als einer der Ersten erkannt, dass der US-Immobilienmarkt nach Jahren des Booms und einer vielfach auf Ramschkrediten entstandenen Preisblase am Rande des Zusammenbruchs stand - und genau darauf wettete er. Bereits 2005 begann seine Firma, sogenannte Kreditausfall-Swaps aufzukaufen.

Im Juli 2006 gründete er einen Hedgefonds mit der alleinigen Strategie, auf den Kollaps des Hypothekenmarktes zu setzen, den Credit Opportunities Fund. In seiner "gesamten Karriere", schrieb er an die Investoren, habe er "noch nie eine so große Gelegenheit gesehen". Dabei schwamm er gegen den Strom, bescheinigten doch die großen Ratingagenturen den meisten Hypothekenpapieren eine gute Bonität.

Geduld zahlt sich aus

Doch Paulsons Geduld und Hartnäckigkeit zahlten sich aus. Schon im ersten Quartal 2007 fuhren seine Fonds eine Rendite von satten 71 Prozent ein. Im Gesamtjahr 2007 stieg sie auf satte 340 Prozent. Damit erklomm Paulson binnen eines Jahres die "Forbes"-Liste der reichsten 400 Amerikaner.

Haus aus Münzsäulen mit Dach aus Dollarscheinen

Das Hypotheken-Kartenhaus machte Paulson reich. | Bildquelle: colourbox

Der 1955 im New Yorker Stadtteil Queens geborene Paulson studierte an der New York University und zählte zu den Klassenbesten an der Harvard Business School. Klar, dass es ihn danach an die Wall Street zog. Dort arbeitete er bei der in der Hypothekenkrise ebenfalls ins Wanken geratenen Investmentbank Bear Stearns, wo er den Arbitrage-Händler Marty Gruss traf, der ihn fürs Risiko begeisterte.

Glückliches Händchen verloren

Paulsons Weitsicht währte jedoch nur kurz. Schon bald nach dem Ende der Hypothekenkrise verlor er sein glückliches Händchen. Mit einem Investment in einen chinesischen Forstkonzern, Sino Forest, fuhr der Hedgefondsmanager 2011 einen massiven Verlust ein. Wie viel genau, ist unklar - Schätzungen in US-Medien reichten von 500 bis 800 Millionen Dollar.

Paulson hatte ein großes Paket Aktien der an der Börse Toronto gelisteten Sino Forest gekauft. Eine Analysefirma hatte Sino Forest später vorgeworfen, den eigenen Waldbesitz gnadenlos übertrieben zu haben. Danach brachen die Aktien um 80 Prozent ein. Paulson zog die Notbremse und verkaufte seinen 14,1-Prozent-Anteil komplett.

Lage hat sich entspannt

Auch mit Wetten auf eine Konjunkturerholung in den USA und das Ende des Euro lag Paulson daneben und machte hohe Verluste. Ein Hedge-Fonds seiner Gesellschaft büßte gar die Hälfte seines Wertes ein, die Kunden reagierten verärgert und entzogen dem den Fonds von Paulson zunehmend Kapital.

Inzwischen hat sich die Lage entspannt und Paulsons wichtigste Hedgefonds liefern wieder Erträge im zweistelligen Prozentbereich. Der Advantage-Fonds zum Beispiel, der 2011 unter einem Rekord-Verlust litt, hat nach Angaben von Bloomberg im vergangenen Jahr ein Plus von gut 30 Prozent erzielt. Und der Recovery-Fonds schnellte sogar um 55 Prozent nach oben.

Zuletzt sorgte Paulson vor einem Jahr für Schlagzeilen, als er nach einem kurzen Übernahme-Scharmützel insgesamt 512 Millionen Dollar für die Übernahme des berühmten Konzertflügel-Herstellers Steinway zahlte.

lg

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Die Top-Positionen von John Paulson Gold, AIG und ganz viel Pharma

<b>Shire plc</b><br />Größte Position in John Paulsons Portfolio ist seine Beteiligung an dem britischen  Biopharmaunternehmen Shire. Nach der Übernahme und Eingliederung im Juni 2016 des Biopharmakonzern Baxalta Incorporated will sich der Konzern auf die Erforschung von Magen-Darm-Krankheiten konzentrieren. Paulson hat in den letzten Jahren seine Anteile an Shire konstant erweitert auf zuletzt vier Millionen Aktien. Im ersten Quartal trennte sich Paulson jedoch von 208.000 Titeln des Unternehmens.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 2 Jahre

Shire plc
Größte Position in John Paulsons Portfolio ist seine Beteiligung an dem britischen Biopharmaunternehmen Shire. Nach der Übernahme und Eingliederung im Juni 2016 des Biopharmakonzern Baxalta Incorporated will sich der Konzern auf die Erforschung von Magen-Darm-Krankheiten konzentrieren. Paulson hat in den letzten Jahren seine Anteile an Shire konstant erweitert auf zuletzt vier Millionen Aktien. Im ersten Quartal trennte sich Paulson jedoch von 208.000 Titeln des Unternehmens.