Warren Buffett
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Keine Übernahmeschlacht um Oncor Warren Buffett gibt auf

Stand: 21.08.2017, 11:16 Uhr

Auch ein Star-Investor muss sich ab und an geschlagen geben. Im Bieterkampf um den insolventen US-Stromanbieter Oncor räumt Warren Buffett das Feld - und überlässt es Sempra Energy.

Übernahmeschlachten sind seine Sache nicht. Der 86-jährige Warren Buffett verzichtete daher darauf, um den angeschlagenen texanischen Energiekonzern Oncor zu kämpfen. So kommt nun der kalifornische Energiekonzern Sempra Energy zum Zug. Er übernimmt den in Dallas ansässigen Versorger Oncor für 9,45 Milliarden Dollar. Einschließlich Schulden ist der Deal 18,8 Milliarden Dollar schwer.

Buffett hatte 9,0 Milliarden Dollar geboten und darauf verzichtet, sein Angebot nachzubessern, um Sempra auszustechen. Seine Offerte sollte nach bisheriger Planung an diesem Montag von einem Richter in Wilmington geprüft werden. Das Gebot umfasste eine Kompensationszahlung von 270 Millionen Dollar für den Fall, dass der Deal platzt.

Paul Singer freut sich

Buffetts Rückzug wiederum ist Star-Investor Paul Singer und seinem Hedgefonds Elliott ganz recht. Singer hatte Buffetts Offerte als zu gering bezeichnet. Er hatte bereits angekündigt, die Übernahme zu torpedieren. Singer hatte ein Veto-Recht, da er der größter Gläubiger der Oncor-Mutter Energy Future Holding (EFH) ist.

Elliott soll sogar selbst an einer Offerte gebastelt haben, wobei rund 9,3 Milliarden Dollar im Gespräch waren.

Lukrative Texaner

Der Verkauf von Oncor ist der zentrale Punkt, um das seit drei Jahren andauernde Insolvenzverfahren der unter hohen Schulden zusammengebrochenen EFH zu beenden. EFH ächzt unter einer Schuldenlast von fast 50 Milliarden Dollar. Die Tochter Oncor ist mit rund zehn Millionen Kunden der größte Stromanbieter in Texas und verfügt damit über eine sichere Einnahmequelle.

Angesichts schwankender Energiepreise ist das Interesse an Netzbetreibern zuletzt deutlich gewachsen. Sempra besitzt und betreibt Strom- und Gasversorger in den USA sowie in Südamerika. Das Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von rund 29 Milliarden Dollar.

Sempra will den Kauf mit eigenen Aktien und Schulden, Kapital von Dritten und neuen Schulden einer umgebauten EFH finanzieren und nach der Übernahme rund 60 Prozent an der Dachgesellschaft halten. Die Transaktion solle dann ab Anfang 2018 zum Gewinn des Konzerns beitragen.

Buffett vs. Singer

Während Buffett bei Übernahmen relativ zurückhaltend ist, sind Singer und sein Hedgefonds Elliott Management dafür bekannt, sich in laufende Übernahmeprozesse einzuschalten, um den Preis nach oben zu treiben. Er mischte sich auch bei etlichen deutschen Übernahmen ein, etwa der des Kranherstellers Demag Cranes durch den US-Konzern Terex oder in den Kauf von Kabel Deutschland durch Vodafone. Auch bei der erst am Freitag geglückten Übernahme des Generikaherstellers Stada spielte Elliott eine wichtige Rolle.

Buffett dagegen schätzt Investments in Energiekonzerne wegen der zu erwartenden soliden Zahlungsströme. Er trat in der Finanzkrise auch bei der Rettung von US-Banken auf, steckte unter anderem viel Geld in Goldman Sachs und die Bank of America. In beiden Fällen verdiente er damit später Milliarden.

bs

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