Porträt

Nelson Peltz

Und jetzt auch noch General Electric? Nelson Peltz, der gefürchtete Investor

Stand: 16.10.2015, 15:15 Uhr

Er steht in einer Reihe mit Carl Icahn und Bill Ackman: Der Selfmade-Milliardär Nelson Peltz. Er gehört zu den unbequemen, "aktivistischen" Großaktionären Amerikas. Seine Masche ist immer die gleiche: sich in ein Unternehmen einkaufen und das Management unter Druck setzen.

Der von ihm und seinem Schwiegersohn gegründete Hedgefonds Trian Partners gebietet inzwischen über ein Portfolio von neun Milliarden Dollar. Der jüngste Coup des streitbaren und gefürchteten Investors ist sein Einstieg bei dem Mischkonzern General Electric (GE). Eigenen Angaben zufolge hält er inzischen Anteilsscheine im Wert von gut 2,5 Milliarden Dollar.

Wie zuvor bereits bei Pepsi, Mondelez oder Dupont de Nemours ist Peltz mit seinem Trian Fonds bei GE eingestiegen, weil er den Kurs des Unternehmens für unterbewertet hält. Der Milliardär ist überzeugt, dass die GE-Aktie bis Ende 2017 auf 40 bis 45 Dollar steigen sollte. Derzeit ist das Papier rund 28 Dollar wert. Das Steigerungspotenzial beträgt also laut Peltz gut 50 Prozent.

Druck auf das Management

General Electric: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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GE muss sich also etwas einfallen lassen, um profitabler zu werden. Konzernchef Jeff Immelt weiß, welchen Druck Peltz und seine Leute auf das Management eines Unternehmens ausüben können, wenn ihnen die Performance nicht passt. Er hat also im Frühjahr begonnen, GE umzukrempeln und sich zunächst von zahlreichen Geschäften der Finanztochter zu trennen. Die ersten Früchte dieses Umbaus konnte das Unternehmen bereits im dritten Quartal ernten: Das operative Ergebnis ist mit 29 Cent je Aktie besser ausgefallen als erwartet.

Noch hat der langjährige Firmenchef Immelt also keinen Grund zur Sorge. Dagegen hat die Chefin des Chemiekonzerns Dupont de Nemours, Ellen Kullman, kürzlich ihren Rücktritt eingereicht. Ob dies eine Folge des Einstiegs von Peltz bei dem Konzern ist, bleibt ungewiss. Dennoch fällt auf, dass Peltz seit seinem Einstieg bei Dupont - er hält 2,7 Prozent der Aktien - kräftige Kostensenkungen und eine Aufspaltung des altehrwürdigen Konzerns fordert. Diesen Vorschlag hatte die Frau Kullman bis zuletzt als kostenträchtig und riskant zurückgewiesen.

Dupont-Chefin wirft hin

Wenige Stunden vor dem Rücktritt der Dupont-Chefin in der zweiten Oktoberwoche hatte Peltz in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC die Sparforderungen seiner Investmentfirma bekräftigt. Das dürfte den Druck weiter erhöht haben. Auffällig ist auch: zeitgleich mit der Ankündigung des Chefwechsels senkte Dupont seine Jahresgewinnprognose und kündigte einen Sparplan an.

Noch im Mai hatte es so ausgesehen, also ob sich Peltz bei Dupont nicht durchsetzen kann. Jedenfalls stimmte der zwölfköpfige Verwaltungsrat des Unternehmens gegen eine Berufung der von Peltz vorgeschlagenen Kandidaten. Auch hatte die Anleger auf der anschließenden Hauptversammlung der Dupont-Chefin den Rücken gestärkt und die Umbaupläne abgelehnt.

Vorliebe für Lebensmittel

Eigentlich gehören Firmen wie GE oder Dupont nicht zu den Lieblingsobjekten von Peltz und seiner Truppe. Der heute 73 Jahre alte Peltz hat nämlich eine Vorliebe für Unternehmen, die im Lebensmittelgeschäft aktiv sind. Dazu gehören Beteiligungen an dem Getränkehersteller Pepsico, dem aus dem Lebensmittelkonzern Kraft Foods hervorgegangenen Konzern Mondelez, der Milka und Jacobs Kaffee herstellt, oder der Fastfood-Kette Wendy's.

Stets beginnt Peltz bei seinen Beteiligungen die Geschäftsleitung unter Druck zu setzen, damit die Unternehmen umstrukturiert werden können. Bei Wendy's brachte Peltz sich und zwei andere Vertreter im Verwaltungsrat unter und drängte das Management zur Trennung von Randgeschäften. Auch bei Kraft Foods hatte er öffentlich die Aufspaltung des Konzerns gefordert - und bekam Recht.

Milliarden mit Snapple

Als einer seiner größten Coups gilt sein Einstieg bei der Fruchtgetränkemarke Snapple, die er im Jahr 1997 für 300 Millionen Dollar kaufte und im Jahr 2000 für 1,5 Milliarden Dollar wieder abstieß. Peltz ist außerdem Vorstandschef eines großen Franchisenehmers, der US-Restaurantkette Arby's.

Peltz erklärt die Vorliebe zu Lebensmitteln mit seiner Kindheit. Er sei sogar damit aufgewachsen, denn seine Familie besaß im New Yorker Stadtteil Brooklyn ein Großhandelsgeschäft und belieferte Restaurants. Dieser Handel diente Peltz als Ausgangspunkt und Basis seines heutigen Firmenimperiums. Er brachte das Familienunternehmen an die Börse und gründete mit dem durch den Verkauf erzielten Geld seine Investmentgesellschaft.

lg