Vollmond über der Skyline von New York

Kurse steigen bei Voll- und Neumond Mehr Rendite mit dem Mond?

Stand: 02.07.2019, 15:50 Uhr

Wer sich bei seinen irdischen Investments nach dem Mond richtet, hat in den vergangenen rund 90 Jahren mit US-Aktien eine erstaunliche Überrendite erreicht. Das ergibt zumindest eine statistische Auswertung der Sutor Bank. Grund genug für eine neue Anlagestrategie?

Die Experten der Sutor Bank raten selbst sogar davon ab, sich bei künftigen Käufen und Verkäufen nach dem Mond zu richten. Allein die häufige Handelsaktivität mit den verbundenen Transaktionskosten würde die Zusatzrendite zunichte machen, so die Statistiker.

Aber: Rein nach dieser Statistik weisen laut den Bankexperten zwei "Mondphasen" besondere Kurssteigerungen auf. Dazu wurden die Aktien des amerikanischen Auswahlindex' S&P 500 für sage und schreibe 90 Jahre ausgewertet - mit einem erstaunlichen Ergebnis.

Der S&P 500 und die Mondphasen

Ausgewertet wurde der S&P 500 vom 1. Januar 1928 bis zum 15. April 2019 – also gut 91 Jahre oder exakt 33.343 Tage. Rund zwei Drittel davon waren Börsentage. "Es ist wichtig, den Kursindex zu betrachten, um die unmittelbare Abhängigkeit von Kurs und Kalender zu erhalten", meint Lutz Neumann, Leiter der Vermögensverwaltung der Sutor Bank und Initiator der Untersuchung. "Die Dividendenausschüttungen in einem Performanceindex könnten das Szenario verwässern."

Für die Mondphasenbetrachtung wurde naturgemäß New York gewählt, da der S&P 500 ein amerikanischer Index ist, und die Wall Street in New York der wichtigste Handelsplatz.

S&P 500 ist "mondsüchtig"

S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
3.246,07
Differenz relativ
+0,02%

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt erstaunlicherweise keine einigermaßen gleichmäßige Verteilung über die vier ermittelten Mondphasen. Der Kurs des S&P 500 hat sich tatsächlich stark bei bestimmten Mondphasen und weniger deutlich bei anderen Mondphasen entwickelt.

Unterschieden wurden vier annähernd gleiche Mondphasen. Mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 0,35 Prozent bildet die Phase des zunehmenden Mondes das Schlusslicht bei der Kursentwicklung des S&P 500. In der Phase des abnehmenden Mondes liegt der Zuwachs bei durchschnittlich 0,45 Prozent pro Jahr.

Bei Neumond klingelt die Kasse

Besser lief es in den vergangenen Jahrzehnten bei Vollmond: Er trug mit fast zwei Prozent Kursplus pro Jahr zum Erfolg des S&P 500 bei. Am besten lief es an der Börse aber bei Neumond: Fast drei Prozent jährliche Rendite kamen in dieser Phase hochgerechnet heraus. Damit liefert der Neumond ein besseres Ergebnis als alle drei anderen Mondphasen zusammen.

Über den Zusammenhang zwischen Mondphase, Rendite und Börsenentwicklung dürfen nun Astrologen mit Investoren fleißig debattieren - aber es gilt wohl: Entwicklungen der Vergangenheit geben noch keinen echten Hinweis darauf, wie es in Zukunft an der Börse weitergeht - mondmäßig.

AB