Carsten Maschmeyer

Carsten Maschmeyer wird bedroht Neues Kapitel im Börsen-Krimi

Stand: 16.05.2014, 12:07 Uhr

Der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, steht einmal mehr im Lichte der Öffentlichkeit. Angeblich trachten ihm Unbekannte nach dem Leben. Der Fall hat eine lange Vorgeschichte - an der Börse.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung seien am 25. April und am 8. Mai 2014 zwei Briefe in Maschmeyers Büro eingegangen, in denen er mit dem Tod bedroht werde. In den Schreiben werde der Manager aufgefordert, nicht mehr juristisch gegen die Schweizer Bank Sarazin und den Investmentfonds "Sheridan" vorzugehen. Sollte es dennoch zu einem Gerichtsverfahren kommen, werde Maschmeyer das Urteil nicht mehr erleben. Nun soll Maschmeyer und seine Familie noch stärker als zuvor bewacht werden, hieß es.

Carsten Maschmeyer ist nicht der einzige Prominente, derzeit gegen die Bank und den Fonds klagt. Auch Drogerie-König Erwin Müller soll juristisch aktiv sein und eine Rückabwicklung seiner Investments fordern.

Insgesamt soll die Gruppe prominenter Deutscher einen dreistelligen Millionenbetrag in angeblich hochrentable Fonds mit dem Titel "Sheridan" investiert haben. Fonds, mit denen auch so genannte "Cum-Ex-Deals" gemacht worden sein sollen.

Masche zum Steuernsparen

Dabei ging es um den Kauf und Verkauf von Aktien rund um den Dividendenstichtag. An einem "Cum"-Tag wurden die Titel leer verkauft, danach um den Dividendenpreis bereinigt zurückgegeben. Der Fiskus gab dabei an zwei Geschäftsbeteiligte Steuerbescheinigungen aus, obwohl die Kapitalertragssteuer nur einmal entrichtet wurde.

Diese Masche galt lange Zeit als einträgliches Geschäft, weil die Beteiligten sich auf diese Weise mehrfach Kapitalertragssteuern erstatten lassen konnten. Erst 2012 wurde die diesbezügliche Gesetzeslücke geschlossen. Angeblich wurde der deutsche Fiskus um Milliarden geprellt.

Bisher ist noch nicht letztinstanzlich entschieden, ob es sich vor der Gesetzesänderung um eine zulässige oder missbräuchliche Steuergestaltung gehandelt hat. Mitte April hob der Bundesfinanzhof in München ein Urteil Hamburger Finanzgerichts auf und verwies es an dieses zurück. Das Hamburger Gericht hatte die Masche als missbräuchlich gewertet.

ME