Automobile

Mary Barra, Chefin von General Motors

Historischer Wechsel an GM-Spitze "Car Guys" war gestern - Mary Barra betritt die Bühne

Stand: 14.01.2014, 14:49 Uhr

Für einen wahren Gezeitenwechsel in der Automobilbranche sorgt nun Mary Barra. Die 52-Jährige wird ab Mittwoch an der Spitze von General Motors sitzen und ist damit die erste Frau überhaupt, die einen Autokonzern lenken wird.

Ihren ersten großen Auftritt hatte Mary Barra bereits. Auf der Auto Show in Detroit stellte sie den Pick-up-Truck GMC Canyon vor. Und es ist nur ein Satz, den Barra nach ihrem Aufstieg zur neuen GM-Chefin über sich selbst sagt. "Ich fühle mich geehrt, hier zu stehen." Seit über 30 Jahren arbeitet sie nun schon bei GM. Zuletzt als Leiterin der Produktentwicklung. Und in welche Richtung es mit ihr gehen soll, ist für sie ganz klar: "No more crappy cars", also: "keine Schrottautos mehr!"

"Mary steht für den Wandel"

Das hatte ihr Vorgänger Dan Akerson vor Kurzem in einem Interview gegenüber dem US-Magazin "Businessweek" gesagt. Und das ist schon an anderer Stelle deutlich geworden. Als sie vor vier Jahren Personalchefin wurde, soll sie darauf gedrängt haben, die bei GM weit verbreiteten bürokratischen Strukturen zu lockern und den Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung zu geben. So soll sie etwa das zehnseitige Dokument, in dem der Dresscode von GM festgelegt war, durch die einfachen Worte: "Passende Kleidung", ersetzt haben.

Akerson, der seit 2010 General Motors geleitet hat, sagte einmal über Barra, sie sei eine der talentiertesten Führungspersonen, die er je getroffen habe. Und der Vergleich, welchen Kandidaten Barra als GM-Spitze vorgezogen wurde, dürfte diese Aussage noch unterstützen. Immerhin der aktuelle GM-Finanzvorstand Dan Ammann (41), der Vizepräsident und Europa-Chef Steve Girsky (51) und der Nordamerika-Chef Mark Reuss (50).

Drei Jahrzehnte General Motors

Barra selbst hatte in früheren Interviews oft betont, dass sie ein "Car Girl" sei. "Es war logisch, dass ich in die Autoindustrie gegangen bin, schon mein Daddy hat dort sein Leben lang gearbeitet. Ich habe Benzin im Blut."

1980 begann Barra als Werkstudentin bei GM, nachdem ihr Vater schon 39 Jahre für die Marke Pontiac gearbeitet hatte. Sie machte ihren Abschluss als Elektroingenieurin am GM-Institut, was heute die Universität Kettering ist und schloss mit einem Bachelor ab. Mit einem GM-Stipendium wechselte Barra auf die Stanford Business School und erwarb noch den Master in Wirtschaft. Schnell ging es in ihrer Karriere bei GM nach oben. Ihre erste Führungsposition war die Leitung des Werks Hamtramck bei Detroit. 2008 wurde sie Vizepräsidentin für die globale Produktion und 2009 Personalchefin. Im Jahr 2011 übertrug ihr Akerson die Leitung der Produktentwicklung. Seit Mitte letzten Jahres war Barra zudem auch für Einkauf und Zulieferer verantwortlich.

sh