Coinsbank Blockchain Cruise

Bitcoin-Fans auf Tour Kreuzfahrt ins Paradies

Stand: 19.01.2018, 14:55 Uhr

2020 ist der Bitcoin eine Million Dollar wert, tönte Kryptofan John McAfee im Dezember. Dass der Kurs davon noch weit entfernt ist und sein Wert inzwischen sogar um die Hälfte abstürzte, konnte die Bitcoinanhänger auf einer eigens für sie organisierten Kreuzfahrt nach Phuket nicht erschüttern.

Einem mitreisenden Reporter der Agentur Bloomberg zufolge flossen auf der vom 15. bis zum 19. Januar dauernden Schiffsreise von Singapur zum Paradise Beach im thailändischen Phuket Sangria, Whisky und Red Bull in Strömen. Auch sei es auf dem feucht-fröhlichen Trip, für den jeder mindestens 1.800 Dollar berappen musste, keineswegs nur um Kryptowährungen gegangen.

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
7.523,19
Differenz relativ
+1,35%

Da die meisten auf dem Schiff reisenden Menschen Millionen Dollar mit Bitcoins verdient hätten - zumindest auf dem Papier - habe es auch die Aufforderung gegeben, einen Teil ihrer Vermögen an wohltätige Zwecke zu spenden.

Dass der Bitcoin zuletzt so stark unter die Räder geraten ist, habe die meisten der 600 Reisenden ohnenhin nicht erschüttern können. An den Bitcoin müsse man einfach glauben, diktierte Ronnie Moas, Gründer von Standpoint Research und weltbekannter Krypto-Guru dem Reporter ins Mikrofon. Auch könne es nicht immer nur aufwärts gehen mit den Digitalwährungen. Tatsächlich war ein Bitcoin zu Beginn der Reise am 13. Januar noch gut 13.500 Dollar wert. Zwei Tage später ist er zeitweise unter die Marke von 10.000 Dollar gerutscht.

"Absturz nur vorübergehend"

Das dürfte einigen der Kreuzfahrtteilnehmer und Bitcoin-Anhänger herbe Verluste beschert haben. Trotzdem versicherten die meisten dem Bloomberg-Reporter, dass es sich bei dem Absturz in ihren Augen nur um ein vorübergehendes Phänomen handele.

Bühne beim Coinsbank Blockchain Cruise

Bühne beim Coinsbank Blockchain Cruise. | Bildquelle: Coinsbank

Ronnie Moas glaubt, dass ein Bitcoin in sieben Jahren 300.000 Dollar wert sein könne. Das ist schon eine deutlich konservativere Schätzung als noch im Dezember. Damals hielt Moas einen Bitcoin-Anstieg auf 400.000 Dollar bereits in diesem Jahr für realistisch. Dieser Wert hätte zu dem Zeitpunkt einer Verzwanzigfachung des Bitcoin-Wertes innerhalb eines Jahres entsprochen – exakt der Wertanstieg also, den der Bitcoin im Jahr 2017 erlebt hat.

Krypto-Guru John McAfee

Noch abenteuerlicher sind die Aussagen von John McAfee, dem Gründer der gleichnamigen Antivirus-Softwarefirma. Der schillernde Unternehmer behauptete noch im Dezember, dass ein Bitcoin im Jahr 2020 eine Million Dollar kosten werde - andernfalls will er "seinen eigenen Penis im nationalen Fernsehen essen“.

John McAfee

John McAfee. | Bildquelle: dpa

Bitcoin hätten einen inhärenten Wert, weil der Mining-Vorgang so kompliziert sei und man Bitcoin nicht einfach nachdrucken könne. Dazu passend hat der 72-Jährige das Unternehmen MGT Capital Investments gegründet, mit der Ambition, Amerikas größter Krypto-Miner zu werden.

"Buy the dip"

Auf der Kreuzfahrt hielt McAfee sich mit vollmundigen Prophezeiungen über fantastische Wertsteigerungen zurück. Dennoch riet er den Bitcoin-Besitzern, ihre Kryptowährungen zu behalten - und sogar aufzustocken. Einige seiner Anhänger trugen T-Shirts mit der Aufschrift "By the dip" - "nutze den Kurseinbruch zum Einstieg". Mit Blick auf die Verbotsdrohungen einiger Länder wie Südkorea und China sagte McAfee laut Bloomberg, man könne ein so weit verzweigtes System wie den Handel mit Digitalwährungen nicht einfach verbieten.

"Es ist als ob sie das Rauchen von Gras untersagen wollten. Das klappt auch nicht, weil es immer Menschen geben wird, die Gras rauchen wollen", sagte McAfee, dem auf Twitter über 700.000 Menschen folgen. Viele der Kreuzfahrt-Reisenden haben denn auch auf eine Rückreise nach Singapur verzichtet. Stattdessen reisten sie von Phuket aus zu einer Konferenz über Kryptowährungen in Bangkok.

Coinsbank Blockchain Cruise-Route

Coinsbank Blockchain Cruise-Route. | Bildquelle: Coinsbank

Dennoch muten die Aussagen der Krypo-Gurus über das vermeintliche Kurspotenzial der Digitalwährungen irrwitzig an. Börsenexperten zufolge sollten sie eher als Warnung denn als Aufforderung zu neuen Investments verstanden werden.

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