Börsengeschichte(n)

Kodak-Filme in einem New Yorker Fotogeschäft

Rückkehr an die Börse Kodak schlägt neues Kapital seiner Comeback-Story auf

Stand: 30.10.2013, 14:35 Uhr

Vom Pionier zum Pennystock zum Pleitier: So könnte man die Kodak-Geschichte zusammenfassen. Doch die Saga geht weiter. Nun plant Kodak sogar sein Börsen-Comeback. Am Freitag ist es soweit.

Unter dem Kürzel "KODK" (früher: "EK") werden die Aktien des US-Traditionsunternehmens an der New York Stock Exchange gehandelt, teilte Kodak am Dienstagabend mit.

»Das ist ein bedeutender Moment für die neue Kodak. Wir fühlen uns geehrt, wieder an der NYSE gelistet zu sein.«

Antonio M. Perez, Kodak-CEO

Und auch Duncan Niederauer, CEO des Börsenbetreiberse NYSE Euronext, freut sich, unterstreiche das Kodak-Listing doch das starke Momentum, das die NYSE zurzeit bei Tech-Titeln erfahre. Eine nicht gerade subtile Erinnerung daran, dass die NYSE sich beim Twitter-IPO gegen die Nasdaq durchsetzen konnte.

Historischer Turnaround

Fakt ist: Das Kodak-Comeback ist ein wahrlich historischer Turnaround. Die Eastman Kodak Company war früher einer der bedeutendsten Fotokonzerne der Welt und verdiente vor allem mit Kleinbild-Filmen viel Geld.

Der Markt ist jedoch mit dem Aufkommen der Digitalkameras zusammengebrochen. Kodak gehörte zwar in der Anfangszeit der Digitalfotografie zu den treibenden Kräften, verlor jedoch später den Anschluss.

Die Folge: Ab 2008 schrieb Kodak konsequent rote Zahlen, die Barbestände schmolzen rasant dahin. Dann, im Januar 2012, folgte das Unvermeidliche: Kodak meldete nach mehr als 130 Jahren Firmengeschichte Konkurs an.

Nur wenige Gemeinsamkeiten

Doch im August 2013 billigte ein New Yorker Gericht den Umstrukturierungsplan des insolventen Unternehmens. Im September gab Kodak bekannt, man habe alle Schulden bezahlen und zusätzlich frisches Kapital in Höhe von 400 Millionen Dollar beschaffen können.

Dabei hat die neue Kodak mit der alten nicht mehr viel gemein: Perez will sich künftig klar auf so genannte Business-to-Business-Geschäfte konzentrieren und Kodak als Druckdienstleister für Unternehmen etablieren. Die Firma bietet unter anderem Verpackungen, Werbung, visuelle Kommunikation und verwandte Dienstleistungen an.

Von seinem personalisierten Fotogeschäft, der Fotoentwicklung und dem Kodak-Fotopapier hat sich Kodak dagegen getrennt. Der größte Gläubiger, der Pensionsfonds KPP, will sie unter dem Namen Kodak Alaris weiter betreiben.

ag

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