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Julian Marchese (Collage aus Screenshot)

Erster Trade mit acht Julian Marchese: Das neue Wunderkind der Wall Street?

Stand: 08.01.2015, 15:50 Uhr

Der New Yorker Student Julian Marchese machte seinen ersten Gehversuche an der Börse im zarten Alter von acht Jahren. Seitdem hat ihn die Finanzwelt nicht mehr losgelassen. Derzeit versucht er gemeinsam mit einem Partner von der berühmten Yale-Universität einen Hedgefonds zu gründen.

Eines gleich vorweg: Mit dem vermeintlichen "Teen Wolf of Wall Street", der im Alter von 17 Jahren schon ein "hohes achtstelliges Vermögen" aufgebaut haben wollte, inzwischen aber als Lügner enttarnt wurde, hat Julian Marchese nichts zu tun.

Marchese stammt aus dem kanadischen Toronto, wo seine Passion für das Geschehen an den Finanzmärkten und seine frühen Trades an der dortigen Börse bereits für Aufsehen sorgten. Auch wunderten sich die Zeitungen seiner Heimatstadt darüber, wie es einem 14-jährigen Teenager gelungen war, auf die von seinen Eltern geliehenen 30.000 Dollar innerhalb seines ersten Handelsjahres eine Rendite von 20 Prozent zu erzielen.

Medienstar der Finanzwelt

Inzwischen hat der jetzt 18-Jährige ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der New Yorker Stern School of Business begonnen - natürlich verfolgt von den Finanzmedien der gesamten amerikanischen Ostküste. Dabei hat er es bereits in die "20 under 20"-Liste geschafft, in der die US-Website "Business Insider" vielversprechende Nachwuchskräfte im Finanzbereich vorstellt.

Wieviel Geld Marchese mit seinem Fonds bereits eingesammelt beziehungsweise auf seinem Konto hat, bleibt jedoch pure Spekulation. Genaue Zahlen gibt es nicht, schon gar keine Millionensummen. Darin unterscheidet sich Marchese von dem aus dem New Yorker Stadtteil Queens stammenden Mohamed Islam, der damit prahlte, rund 72 Millionen Dollar an der Wall Street zu haben - allerdings mit Spielgeld.

Tausende Follower auf Twitter

Ganz anders Marchese, der von LinkedIn bis Twitter regelmäßig über sich und seine Aktivitäten berichtet. Dabei bringt er es auf gut 2.700 "Follower" auf Twitter und über 2.000 Freunde auf Facebook. Der 18-jährige Kanadier beschreibt sich als "Selfmademan", der sein heutiges Börsenwissen aus eigenen Erfahrungen im Handel sowie über Google erlernt haben will. "Ich ging einfach auf Google und fand dort die Antworten auf meine Fragen", sagt er im Interview mit "Business-Insider". Selbstverständlich habe er dabei auch immer Hilfe und Unterstützung von seinen Eltern bekommen.

Vorbestimmt war sein Einstieg in die Finanzwelt dabei keineswegs: Sein Vater arbeitete in einer Glühbirnenfabrik und seine Mutter war Kosmetikverkäuferin.

Von George Soros betreut?

Inzwischen kann Marchese auf professionelle Hilfe bauen: der junge Mann wird von einem namhaften, international renommierten Hedgefondsmanager betreut. Den Namen seines "Coachs" behält er allerdings für sich. Nur soviel hat er bisher verraten: Es handele sich um eine international bekannte Persönlichkeit. Dabei wird in der New Yorker Finanzwelt immer wieder der Name George Soros genannt, der legendäre Hedgefondsmanager, dessen Bücher Marchese stets als vorbildlich zitiert. Soros hatte einst mit Devisenspekulationen in Europa Milliarden gescheffelt. Auch Marchese hat ein "Faible" für den Devisenhandel. Eine Bestätigung dafür, dass es sich tatsächlich um Soros handelt, gibt es freilich nicht.

Der "Coach" berät Marchese vor allem bei seinem derzeitigen Hauptprojekt, dem Aufbau und Management eines eigenen Hedgefonds. Zusammmen mit seinem Partner, John-Paul Pigeon, haben die beiden Remora Capital ins Leben gerufen. Dabei bedienen sie sich einer selbstentwickelten Software, die die Devisen-, Aktien- und Rohstoffmärkte nach bestimmten Kriterien durchsucht und dann kauft oder verkauft.

Bevor er sich voll und ganz dem Börsenhandel widmet, will Marchese aber erst einmal sein Studium abschließen. An seinem Entschluss, unbedingt Hedgefondsmanager zu werden, hält er jedoch fest.

lg