Porträt

Steven A. Cohen

Insiderskandale und Kunstwerke Steven A. Cohen, der Sammler

von Andreas Braun

Stand: 12.09.2014, 15:59 Uhr

Traumhaft erfolgreich, aber nicht unumstritten ist der ehemalige Hedgefonds-Manager Steve Cohen. Nach einer Reihe von Insiderskandalen musste seine Firma schließen. Der leidenschaftliche Kunstsammler investiert jetzt im "kleinen Rahmen" weiter.

Point72 heißt das "Family Office", mit dem Cohen und eine Reihe von Angestellten seines ehemaligen Hedgefonds SAC weiter investieren. Gute 20 Prozent hat Cohen in diesem Jahr geschafft, mehr als zwei Milliarden Dollar liegt der ehemalige "König der Wall Street" bereits vorne, das Investmentvehikel hat ein Volumen von mehr als elf Milliarden Dollar.

Mosaik an Informationen

Cohen hat seinen Riecher für gute Gelegenheiten im Aktienmarkt nicht verloren, scheint es. Derzeit ist er massiv in Nebenwerten aus den Branchen Biopharmazie, bei Spezialisten für die Fracking-Technik bei der Ölförderung und bei einem Krankenhaus-Betreiber investert. Kurzzeitige Rückschläge bei den Kursen bringen Cohen nicht aus der Ruhe. Schon bei seinem Hedgefonds SAC war er berühmt dafür, in mühsamer Kleinarbeit ein "Mosaik" an Informationen über Unternehmen zusammensetzen zu lassen, das ihm einen Vorsprung bei der Beurteilung von Einstiegschancen verschaffte. Cohen selbst verbrachte dann 99 Prozent seines Zehn-Stunden-Arbeitstages damit, sich an Bildschirmen technische Indikatoren und die Performance seiner Trades anzuschauen.

SAC Capital war über Jahrzehnte einer der erfolgreichsten Hedgefonds. In einem Zeitraum von 18 Jahren schaffte Cohen einen durchschnittlichen Jahreszuwachs von 30 Prozent. Der Fonds hatte in Spitzenzeiten ein Volumen von 14 Milliarden Dollar. Einer seiner Fonds war zwischenzeitlich vier Milliarden Dollar schwer. Cohen hatte sich bereits 1998 eine pompöse Villa in Greenwich/Connecticut mit eigenem Golfplatz zugelegt, dazu ein Penthouse in New York, das einen Wert von 98 Millionen Dollar haben soll. Der Familienmensch Cohen lebt zusammen mit seiner zweiten Frau Alexandra und insgesamt sieben Kindern zusammen.

18 Jahre lang 30 Prozent jährlich

Cohen, Jahrgang 1956, war 1978 als Nachwuchs-Optionshändler beim Broker Gruntal & Co. gestartet, wo er schnell Karriere machte und schließlich ein Portfolio von 75 Millionen Dollar verwaltete. Mit 20 Millionen Dollar aus eigener Tasche startete er 1992 seine Firma SAC.

Mit seinen Hedgefonds war Cohen nicht weniger erfolgreich als zuvor als Trader. Ursprünglich als Kurzfrist-Investor bekannt, der Positionen nie länger als einige Tage hielt, änderte sich sein Investmentstil in den gut 20 Jahren des Bestehens von SAC. Eine Reihe von Aktien hält er nun über einen längeren Zeitraum. Darunter auch einen Anteil an der chinesischen Internet-Suchmaschine Baidu.

Milliarden an Bußgeld

Eine Reihe von Insider-Affären beendeten nach jahrelangem Ringen mit der US-Börsenaufsicht SEC die Geschichte von SAC Capital. Insgesamt acht Mitarbeiter der Firma wurden wegen Insiderhandels verurteilt. Erst Anfang September wurde eine neunjährige Haftstrafe gegen Mathew Martoma ausgesprochen. Martoma hatte zugegeben, unter anderem Insiderwissen über zwei Pharmafirmen genutzt und damit Gewinne von 200 Millionen Dollar für SAC gemacht zu haben. Obwohl SAC-Chef Cohen keine persönliche Mitschuld nachgewiesen werden konnte, zahlte die Firma bereits 2013 die Rekordstrafe wegen Insiderhandels: 1,8 Milliarden Dollar. SAC wurde gleichzeitig in das Family Office umgewandelt.

Picasso, van Gogh - Cohen

Cohen sammelte in den vergangenen Jahren aber nicht nur Vorwürfe wegen Insiderhandels, sondern machte sich international einen Namen als Kunstsammler. Die Gemälde in seinem Besitz dürften einen Milliardenbetrag wert sein. Dazu gehören Werke von Warhol ebenso wie van Gogh, Gauguin oder Monet. Eines seiner bekanntesten Bilder ist der "Traum" von Picasso (siehe unsere Galerie). Der Traum von Steven Cohen geht weiter – auch der von noch mehr Reichtum.

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Die Kunstinvestments von Steven Cohen Von Picasso bis Hirst

Edvard Munch-Gemälde

Edvard Munch "Madonna"