Investorenlegende

Charles Munger

Seltener Auftritt Munger, Buffett und die Banken

Stand: 11.09.2014, 14:24 Uhr

Auch mit 90 Jahren hat Multimilliardär Charles Munger seinen Humor nicht verloren. Und wenn es um die Geschäfte der Investmentbanken geht, hat der langjährige Weggefährte von Warren Buffett auch seine eigene Meinung.

Verkäufer von hypothekengestützten Wertpapieren, sogenannten Asset Backed Securities, hält er schlicht und einfach für "Schwindler" oder "Rechenkünstler", wisse doch niemand so genau, wie werthaltig die Papiere am Ende seien. Auch zum Derivatehandel hat der 90-jährige Investor eine eher skeptische Meinung: Hierbei handele es sich um eine Lizenz zum Stehlen. Er könne zwar verstehen, dass sich alle Banken daran beteiligen wollen, doch täte es dem Land gut, wenn es solche riesigen Spielermärkte nicht gäbe.

"Ich würde es vorziehen, wenn sich die Banken wieder auf ihr originäres Geschäft konzentrieren würden: das Ausleihen von Geld an ehrwürdige Kreditnehmer", so Munger auf einer Veranstaltung der Zeitung "Daily Journal", zu deren Herausgebern er gehört.

Geld verdienen mit Bankaktien

Allerdings hat Munger in der Vergangenheit gezeigt, dass man auch mit Bankaktien Geld verdienen kann. So folgte er seinem langjährigen Partner Warren Buffett und kaufte Wertpapiere der Bankhäuser Wells Fargo und US Bancorp. Dabei bewiesen die Investorengreise ein glückliches Händchen. Die Aktienkurse der beiden Häuser haben sich seit 2009 verdoppelt.

Auf die Frage nach den Gründen für seine fünf Jahrzehnte lange Partnerschaft mit Warren Buffett sagte Munger: "Einstein brauchte einfach jemanden mit dem er reden konnte. Und ich glaube er wäre nicht so erfolgreich gewesen, wenn er nicht jemanden getroffen hätte, der auch etwas vom Geldanlegen verstand wie ich." Und weiter: "Ich denke, dass ich ihm in dieser Hinsicht sehr nützlich gewesen bin.”

Charles Munger, Vice Chairman (l.) und CEO Warren Buffett von Berkshire Hathaway

Charles Munger, Vice Chairman (l.) und CEO Warren Buffett von Berkshire Hathaway.

lg