Mark Mobius

"Indiana Jones der Schwellenmärkte" Fondsmanager Mark Mobius tritt ab

Stand: 08.01.2018, 11:40 Uhr

Als "König der Emerging Markets" und "Vater der Schwellenländerfonds" wurde er gefeiert. Nun geht der bekannte Fondsmanager von Franklin Templeton, Mark Mobius, mit 81 Jahren in den Ruhestand.

Ende Januar wird der "Emerging-Markets-Guru" bei Franklin Templeton aufhören. Das kündigte die US-Fondsgesellschaft an. Damit endet eine Ära. Über 30 Jahre lang war Mobius das Aushängeschild bei Franklin Templeton für Schwellenländer-Investments. 1987 übernahm er die Emerging-Markets-Abteilung bei der Fondsgesellschaft und machte sie zu einem der Flaggschiffe von Franklin Templeton. Heute verwaltet sie ein Vermögen von 28 Milliarden Dollar.

Pionier für Emerging-Markets-Investments

Mit Büchern wie "Passport to Profits", "Emerging Markets für Anleger", "The Little Book of Emerging Markets" sensibilisierte Mobius Kleinanleger für die Schwellenländer-Investments, die einst nur etwas für Profis waren. Für seine Pionier-Arbeit bekam der Fondsmanager und Buchautor zahlreiche Auszeichnungen.

Der 81-Jährige machte sich meist selbst sein Bild über die Schwellenländer und reiste quer durch die Welt. Auf seinem Blog berichtet Mobius über seine zahlreichen Reisen. Der Fondsmanager war zuletzt etwa an 250 Tagen im Jahr unterwegs und hat rund 30 Millionen Flugkilometer auf dem Buckel.

Kein Wunder also, dass sich der im US-Bundesstaat New York geborene Sohn eines Deutschen und einer Puerto-Ricanerin selbst gerne als "Vollzeitnomaden" bezeichnete. "Ich schaue mir lieber selbst an, was in einem Unternehmen oder einem Land vor sich geht. Meine persönliche Theorie ist, dass Länder, die einem die Einreise leicht machen, in der Regel auch ausländischen Investitionen freundlich gegenüber stehen", rechtfertigt Mobius seine unbändige Reiselust.

In Philippinnen knapp dem Tod entronnen

1989 hätte Mobius seine Neugier fast mit dem Leben bezahlen müssen. Bei einem Putschversuch in Manila, der Hauptstadt der Philippinen, verfehlte eine Gewehrkugel den Fondsmanagemer und seine Begleiter nur knapp. Der japanische Zeichner Kaoru Kurotanie hat diese Anekdote in seinem Manga-Comic über das Leben des Investors aufgegriffen.

Der telegene Manager wurde nie müde, für Engagements in den Schwellenländern zu werben. Und das mit Erfolg - wer Mobius vor gut 30 Jahren 100.000 Dollar anvertraute, kann sich heute über rund 3,3 Millionen freuen.

Bill Gross

Anleihen-Legende Bill Gross.

Aber Mobius' heile Welt hat zuletzt Risse bekommen - ähnlich wie die des Anleihen-Guru Bill Gross, der 2015 den zur Allianz gehörenden Fondsmanager Pimco verlassen hat. Der Glanz einstiger Tage ist bei beiden zuletzt deutlich verblasst.

Glanz verblasst

Mobius' Top-Fonds, der 11,4 Milliarden Dollar-schwere Franklin Templeton Asian Growth Fund A (WKN 785343) hinter der Benchmark, blieb in den letzten Jahren hinter dem MSCI Asia AC (ex Japan)-Index zurück. Der Fonds wies in den vergangenen fünf Jahren eine Wertentwicklung von 12,85 Prozent auf - und hinkte damit vielen vergleichbaren Fonds hinterher.

Aus Frust zogen einige Anleger Gelder aus den Mobius-Fonds ab. der Fondsmanager verteidigte seine Strategie mit dem Argument, er sei ein langfristiger Investor, bei dem es auch Durststrecken geben könne. "Wir gehen in die Märkte, wenn andere fliehen", so der Manager. Auf lange Sicht werde dies den Investoren zugute kommen.

Schrittweise entmachtet

Tatsächlich vollzog sich der Ausstieg von Mobius bei Franklin Templeton schon seit einger Zeit. Im Oktober 2015 gab er die Leitung eines milliardenschweren Fonds ab. Im Frühjahr 2016 löste Stephen Dover Mobius als Investmentchef der Emerging-Markets-Einheit ab.

Chartvergleich zwischen Templeton Asia Growth USD und dem MSCI Asia ex Japan, Juni 2014 bis Juni 2015

Templeton Asia Growth USD versus MSCI Asia ex Japan.

Ob Mobius künftig seinen Blog weiter betreiben und über seine zahlreichen Reisen berichten wird, ist ungewiss. Zuzutrauen ist es dem 81-jährigen "Vollzeitnomaden" aber schon, dass er in irgendeiner Art und Weise weitermacht. Denn im September 2017 hatte Mobius noch erklärt, er wolle sich niemals zur Ruhe setzen.

nb/rm