Investorenlegende

Kirk Kerkorian

Einstiger "König von Las Vegas" Kirk Kerkorian gestorben

Stand: 16.06.2015, 18:25 Uhr

Sein Geld machte er mit dem Bau von Hotels in Las Vegas. Später lehrte er den Daimler-Konzern das Fürchten. Jetzt ist der US-Milliardär und Finanzier armenischer Abstammung Kirk Kerkorian im Alter von 98 Jahren gestorben.

Ein Sprecher von MGM Resorts International sagte, Kerkorian sei am späten Montagabend in Los Angeles gestorben. Kerkorian wuchs als Sohn armenischer Einwanderer in armen Verhältnissen im US-Bundesstaat Kalifornien auf.

Später stieg er ins Kasinogeschäft von Las Vegas ein. Kerkorian war zudem einer der wichtigsten Investoren in der Film- und Autobranche und für seine teilweise sehr unorthodoxen Geschäfte berühmt-berüchtigt. Sein Vermögen wird auf vier Milliarden Dollar geschätzt.

Klage gegen DaimlerChrysler

Seit 1969 verbindet sich der Name von Kirk Kerkorian auch mit dem Filmunternehmen "Metro-Goldwyn-Mayer", das er bis 1979 leitete. Seither machte der erfolgreiche Manager und Milliardär nicht nur bei MGM als Wirtschaftsberater auf sich aufmerksam: Er unterstützte 1998 auch die Fusion der Automobilkonzerne Chrysler und Daimler, versuchte später jedoch diese juristisch anzufechten.

So forderte er rund acht Milliarden Dollar Schadenersatz von DaimlerChrysler-Chef Jürgen E. Schrempp wegen angeblicher Irreführung der Chrysler-Aktionäre bei der Fusion beider Konzerne. Schrempp habe damit den Transaktionspreis gedrückt. Er habe daher für seine Chrysler-Anteile angeblich weniger Geld erhalten als bei einer Übernahme üblich, argumentierte Kerkorian. Nachdem die Klage zunächst zugelassen war, wurde sie allerdings im Frühjahr 2005 in allen Punkten abgewiesen.

Auch Anteile von GM und Ford gekauft

Im selben Jahr kaufte Kerkorian Aktien der angeschlagenen General Motors-Gruppe (GM) und hielt dabei zeitweise 9,9 Prozent der GM-Anteile. Im November 2006 verkaufte Kerkorians Firma Tracinda 2,5 Prozent der Aktien im Wert von 264 Millionen Dollar. Im April 2008 erwarb er rund fünf Prozent der Aktien des angeschlagenen Automobilherstellers Ford Motors. Bis Dezember 2008 trennte er sich von der Ford-Beteiligung, da diese im Zuge der Finanzkrise erheblich an Wert verloren hatte.

lg/afp