Carl Icahn

Raus aus Ebay, rein in PayPal Icahns PayPal-Wette

Stand: 20.10.2017, 10:52 Uhr

Als aktivistischer Investor hat sich Carl Icahn in vielen Vorstandsetagen einen Ruf als gefürchteter Querulant eingehandelt. Auch auf sein Betreiben hat Ebay seine Ertragsperle PayPal 2015 abgespalten. Verdient daran hat ganz besonders: Carl Icahn.

Unter großem Getöse hatte der Investor immer wieder die Herauslösung von PayPal gefordert. Seine Ebay-Beteiligung setzte Icahn dabei als Verhandlungsmasse gegenüber dem Management ein, suchte damit aber auch die Unterstützung verbündeter Investoren.

Erst umschichten, dann abbauen

Kaum war er mit seiner Forderung am Ziel, am 15. Juli 2015 war die Trennung der beiden Konzernteile perfekt, tat der 81-Jährige das, was Investoren auf der Suche nach noch mehr Rendite tun: Er schichte seine komplette Beteiligung an der "alten" Ebay auf PayPal um. Bis Ende 2015 hielt er rund 46 Millionen Anteile an dem Zahlungsdienstleister.

Die PayPal-Aktie tat sich im Jahr 2015 zunächst schwer, fiel sogar von 40 auf bis zu 32 Dollar Anfang 2016. Icahn verkaufte einen Teil seiner Anteile wohl in den fallenden Kurs hinein. Der größere Brocken in seinem PayPal-Depot machte im aber im Verlauf des Jahres 2016 mehr Freude: Die Aktie stieg bis zum Jahresende wieder auf 40 Dollar. Ende 2016 hatte der Milliardär noch mehr als 33 Millionen Anteile im Depot.

Halbe Milliarde für Carl?

Richtig ab ging die Aktie dann aber im laufenden Jahr. Von 40 Dollar kletterte der Titel auf knapp 68 Dollar im gestrigen nachbörslichen Handel. PayPal hatte zuvor glänzende Zahlen für das dritte Quartal präsentiert. Ganz im Gegensatz zur ehemaligen Konzernmutter, die tags zuvor zwar ordentliche, aber wenig begeisternde Zahlen lieferte.

Icahn verkaufte in den vergangenen Monaten weitere Millionen von PayPal-Aktien, diesmal in die steigenden Kurse hinein. Per Ende des zweiten Quartals 2017 hatte er seine Beteiligung auf glatte zehn Millionen Aktien abgeschmolzen. Unterstellt man dabei einen durchschnittlichen Verkaufskurs von 50 Dollar dürfte der Investor rund 230 Millionen Dollar an Gewinnen eingeheimst haben. Die verbliebenen Anteile liegen etwa 270 Millionen Dollar im Plus. Damit hätte sich das Engagement für Icahn mit einer runden halben Milliarde Dollar durchaus gelohnt.

AB