Börsengeschichten

Carl Icahn

Investor als Regierungsberater Icahn kann gut mit Trump

Stand: 22.12.2016, 10:46 Uhr

Der Kreis der Milliardäre im Regierungsteam von Donald Trump wird um eine schillernde Persönlichkeit erweitert: Carl Icahn, streitbarer und "aktivistischer" Investor, soll in der neuen US-Regierung als "Sonderberater" agieren.

Einer der "großartigsten Geschäftsmänner der der Welt", so Donald Trump über Carl Icahn, soll den neuen US-Präsidenten beraten. Trump muss es wissen, denn die beiden Milliardäre sind seit langem Geschäftspartner. Icahn hatte einst das Kasino Taj Mahal aus Trumps insolventem Glücksspiel-Imperium übernommen. Im Oktober gab es allerdings nach langem Streit mit Gewerkschaften den Betrieb auf.

"Strangulierende" Regulierung

Icahn und Trump eint auch die Abscheu vor zu vielen staatlichen Eingriffen und der Regulierung von Finanzgeschäften. Der Star-Investor soll denn als Sonderberater vor allem Fragen des Abbaus von Regulierung beackern. Laut dem "President-elect" wird die Hilfe Icahns beim Abbau dieser "strangulierenden" Regeln für die Akteure am Finanzplatz USA "von unschätzbarem Wert" sein. Icahn hatte während des US-Wahlkampf bereits die "Flut neuer Regulierungen für die Wirtschaft" beklagt und erklärt, es sei "Zeit, die Unternehmer das tun zu lassen, was sie am besten können: Jobs schaffen".

Icahn, inzwischen 80 Jahre alt, wird nach eigenen Angaben keinen offiziellen Regierungsposten innehaben, kein Gehalt für seine Tätigkeit beziehen und, so die Verlautbarung, "keinen ethischen Regeln unterworfen sein, die seine Geschäfte als Investor einschränken". Der Milliardär ist unter anderem an Ebay und PayPal, aber auch dem Versicherer AIG und diversen kleineren Technologie-Unternehmen beteiligt. Beim iPhone-Hersteller Apple war der Unternehmer bis zum Frühjahr als Großaktionär an Bord.

Börsenaufsicht von Icahns Gnaden?

Ob Icahns Empfehlungen tatsächlich in Entscheidungen münden, die das US-Finanzsystem verändern werden, bleibt abzuwarten. Medienberichten zufolge könnte er auch bei Personalentscheidungen, etwa bei der Auswahl des künftigen Leiters der US-Börsenaufsicht SEC konsultiert werden.

Reichstes Kabinett aller Zeiten

In der Trump-Regierung wird die Milliardärs-Dichte damit noch einmal deutlich höher. Die Ex-Investmentbanker Steven Mnuchin und Wilbur Ross haben es sogar bis ins Kabinett geschafft: Sie bekleiden unter Donald Trump die Posten des Finanz- beziehungsweise Wirtschaftsministers. Trumps Kabinett ist bereits jetzt, obwohl noch nicht alle Posten besetzt sind, das reichste in der US-Geschichte. Die Mitglieder verfügen zusammen über 14 Milliarden Dollar.

AB