Carl Icahn

Das ETF-Übergewicht macht Blackrock so riskant Icahn: Blackrock ist "extrem gefährlich"

Stand: 16.07.2015, 11:32 Uhr

So kennt man ihn. Carl Icahn greift an: "Blackrock ist eine extrem gefährliche Firma", schleuderte er jetzt Blackrock-Chef Laurence Fink entgegen. Der schoss zurück. Ein kleiner Schlagabtausch auf einer Investorenkonferenz in New York.

Der Großinvestor und Aktionärsaktivist ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Carl Icahn versetzte jetzt Blackrock einen Schlag, ein Schlag gegen das Geschäft mit hochverzinslichen Anleihen. Der größte Vermögensverwalter der Welt schaffe eine "extrem gefährliche" Situation durch die Förderung von Anleiheemissionen, sagte er am Mittwoch in New York auf der "Delivering Alpha Conference" von CNBC und Institutional Investor.

Icahn begründete diese Einschätzung mit dem Übergewicht von börsennotierten Anleihefonds, die Blackrock verkauft. Diese ETFs seien "extrem illiquide und extrem überbewertet", während sie die Illusion gäben, liquide zu sein.

Platzt die Junk-Bond-Blase?

Icahn, der nicht gerade als konservativ bei seinen Investments gilt, hat schon mehrfach vor einer Junk-Bonds-Blase gewarnt, die platzen könnte. "Sie verkaufen Liquidität, aber es gibt keine Liquidität", sagte Icahn. "Deshalb wird uns das um die Ohren fliegen."

»This thing is going to go over this cliff and you know what’s going to destroy it? They’re going to hit a black rock.«

Carl Icahn

Fink schlägt zurück

Laurence Fink, CEO Blackrock

Blackrock-Chef Laurence Fink: "ETFs schaffen Transparenz". | Quelle: picture-alliance/dpa

Blackrock-Chef Larry Fink, der sich mit Icahn zusammen auf dem Podium befand, dementierte. "Carls Beschreibung muss ich energisch widersprechen", gab Fink zurück. "ETFs schaffen mehr Preistransparenz als alles andere im Anleihemarkt."

Während eines längeren Schlagabtauschs wiederholte Icahn seine Warnung, dass hochverzinsliche Anleihen möglicherweise crashen werden, sobald die Zinsen steigen. Denn dann hätten Investoren, die in den verwandten ETF-Produkten investiert sind, auf der anderen Seite keine Käufer für diese Produkte. Fink widersprach. Steigende Zinsen würden die Kreditnachfrage schüren.

»Um ETFs jede Minute des Tages zu handeln, muss man über eine Bewertung jedes Bonds in jeder Minute verfügen.«

Larry Fink

Fink beklagt rücksichtslose Aktivisten

Er griff aber auch umgekehrt Icahn an. Aktionärsaktivisten "spielen eine wichtige Rolle", aber es könnte gut sein, dass sie für ihre kurzfristigen Gewinne agieren ohne die Zukunftsaussichten zu berücksichtigen, sagte Fink. Es gibt ein wachsendes Netzwerk solcher Aktivisten.

Fink hat schon häufiger Kritik an der Praxis der Aktionärsaktivisten geäußert. Er griff vor allem die Investoren an, die einzig deshalb Aktien eines Konzerns in großem Stil kaufen, um diese zu Aktienrückkäufen zu zwingen. Wie zum Beispiel Carl Icahn bei Apple.

Kundenschwund bei Blackrock

Blackrock verwaltet rund fünf Billionen Dollar für seine Kunden. Der Finanzkonzern bietet sowohl Indexfonds als auch aktiv gemanagte Investmentfonds an, die alle Anlageklassen abbilden - für Kleinanleger und Profi-Investoren.

Das Auf und Ab an den Märkten im Frühjahr verunsicherte Blackrock-Kunden. Im zweiten Quartal zogen sie angesichts der heftigen Ausschläge an den Finanzmärkten unter dem Strich fast 37 Milliarden Dollar ab. Die Firma erklärte, einige Großanleger hätten investierte Gelder abgezogen, um mehr Bargeld zu horten. Weil die Investments insgesamt gut liefen, stieg das verwaltete Vermögen dennoch auf 4,7 (4,6) Billionen Dollar. Blackrock-Chef Larry Fink geht davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen im September anhebt. Dann könnten auch festverzinsliche Wertpapiere für die Kunden wieder attraktiver werden.

bs