US-Wahlkampf

Hillary Clinton

Ein Blick hinter die Kulissen Hillary Clinton hat die Wall Street hinter sich

Stand: 17.03.2016, 16:08 Uhr

Aktuell beschäftigt der amerikanische Vorwahlkampf die Gemüter, auch an der Börse. Denn für die Lobbyisten aus den verschiedensten Branchen kann ein "falscher" Wahlausgang womöglich verheerende Folgen haben.

Das dürfte beispielsweise für die amerikanische Pharma-Industrie gelten, der die demokratische Kandidaten Hillary Clinton, Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton, den Kampf angesagt hat. Medikamente sind für viele weniger begüterte Amerikaner und sogar für breite Teile des Mittelstandes nämlich ein unerschwingliches Luxusprodukt. Kaum anderswo auf der Welt sind sie teurer - und Amerika ist zusammen mit Japan der größte Pharmamarkt der Welt.

Eine Hand wirft einen Wahlzettel in eine Urne vor US-Flagge

Wahlen in den USA. | Bildquelle: colourbox.de

Kein Wunder, dass die mächtige Pharma-Lobby um ihre Pfründe bangt. Bei den Wählern rennt Frau Clinton in diesem Punkt offene Türen ein und man braucht kein Prophet zu sein um vorauszusagen, wie Pharma-Aktien reagieren, sollte Clinton nach einem Wahlsieg am 8. November als 45. Präsident und erste Frau überhaupt ins Weiße Haus einziehen.

Die Wall Street steht hinter Hillary Clinton

Bei den Wall-Street-Banken ist die Interessenlage in Sachen Clinton genau andersherum. Die Finanzlobby gehört nicht zu den Lieblingen des Volkes, spätestens seit die Geldjongleure der Nation mit dem Immobiliencrash 2008 die größte Wirtschaftskrise seit der großen Depression in den dreißiger Jahren beschert haben.

Goldman Sachs, das für einen Vortrag von Hillary Clinton in kleinem Kreis schon mal kräftig in die Tasche greift, aber auch viele andere Wall-Street-Größen wie Citigroup, JPMorgan und Morgan Stanley gehören zu den größten Gönnern des Wahlkampfs der ehemaligen First Lady und Außenministerin der Vereinigten Staaten.

White House

Weißes Haus in Washington, D.C..

Denn Clinton gilt als Fürsprecherin der Finanzindustrie und hat sich als Senatorin von New York des Öfteren für deren Interessen in Washington eingesetzt. Schon zu Jahresbeginn hatte eines ihrer Spendenvehikel "Right to Rise" über 63 Millionen Dollar gesammelt. Kritiker bemängeln, dass eine Präsidentin mit solcher Nähe zur Finanzindustrie die Wall Street wohl kaum im Zaum halten dürfte.

Hinter den Kulissen: Die PACs

Als Konsequenz aus dem Watergate-Skandal 1973 war das Spendensystem für die Parteien in Amerika reformiert worden. Eine Privatperson darf nicht mehr als 2.700 Dollar direkt an eine Partei spenden, stattdessen fließt das Geld ohne Limit an einflussreiche sogenannte PACs (Political Action Committees), die aber meist von Mitarbeitern des Kandidaten geführt werden.

Warren Buffett

Warren Buffett. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Direkte Überweisungen an den Kandidaten und direkten Kontakt mit dem Wahlkampfteam darf es nicht geben. "Right to Rise" ist ein solches PAC, auch andere Kandidaten haben solche Vehikel. Da kommen sehr schnell Hunderte von Millionen Dollar zusammen und ein Vielfaches dessen, was die Parteien in Deutschland ausgeben.

Auch Warren Buffett trommelt für Clinton

Mit Investorenlegende Warren Buffett hat Hillary Clinton, die wie kaum eine andere das amerikanische Politik-Establishment repräsentiert, einen weiteren werbewirksamen und prominenten Fürsprecher. Buffett, immer schon ein bisschen anders als der Main Stream, kämpft schon länger für eine stärkere Besteuerung der Reichen in Amerika (die er selber sich locker leisten könnte).

Überhaupt räumt Hillary Clinton derzeit kräftig ab. Laut "New York Times" hat Clinton nicht nur selbst das meiste Geld zusammengetragen (130,4 Millionen Dollar), sie erhält auch von den Super-PACs die größte finanzielle Unterstützung (87,5 Millionen Dollar).

Beyoncé Knowles liegt am Strand auf einer Sonnenliege

Beyoncé Knowles. | Bildquelle: Unternehmen

Star-Regisseur Steven Spielberg überweist mal eben 1.002.700 Dollar an das Polit-Komitee „Priorities USA Action“, das der ehemaligen First Lady zu Diensten ist - sowie die 2.700 Dollar an sie selbst als Kandidatin. Starinvestor George Soros hat sechs Millionen Dollar an das PAC gespendet.

Eine ganze Reihe anderer prominenter Namen tauchen ebenfalls auf ihrer Unterstützerliste auf. Die gleiche Summe macht Jeffrey Katzenberg locker, der Präsident des Filmstudios Dream Works (Shrek, Kung Fu Panda oder Madagaskar).

Der Regisseur des jüngsten StarWars-Kassenschlagers, J.J. Abrams, spendete 502.700 Dollar. Zudem legen sich zahlreiche Showgrößen für Clinton ins Zeug, die allesamt die eher symbolischen 2.700 Dollar spenden - zumindest offiziell. So etwa Sängerin und Werbeikone Beyoncé, Leonardo di Caprio, Tom Hanks, Ben Affleck oder Katy Perry.

rm