Höhere Profite Händler nutzen Wikipedia-Strategie

Stand: 15.11.2013, 15:45 Uhr

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Aktienkurs und der Häufigkeit des Wikipedia-Aufrufs eines börsennotierten Unternehmens? Eine Studie der Warwick Business School sagt ja. Sie hat das anhand von US-Unternehmen im Dow Jones untersucht.

Händler an der NYSE

Händler an der Wall Street. | Quelle: picture-alliance/dpa

Wenn der Wikipedia-Eintrag einer börsennotierten Firma häufiger aufgerufen wird als normal, kann das den Aktienkurs negativ beeinflussen. Eine Studie der Warwick Business School hat diesen Zusammenhang in "Scientific Reports" aufgestellt, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe. Das Forscherteam beobachtete die Frequenz der Wikipedia-Abfragen zu Firmen, die im Dow Jones Industrial aufgeführt sind. Die Daten wurden mit den jeweiligen Veränderungen der Aktienkurse verglichen. Dabei sind die Forscher tatsächlich auf einen Zusammenhang gestoßen. Nach wöchentlich sehr vielen Wikipedia-Aufrufen fiel oft kurz darauf der Preis der entsprechenden Aktien, heißt es in dem Bericht.

Angst vor dem Risiko

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.199,29
Differenz relativ
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Die Wissenschafter der Warwick Business School gehen davon aus, dass der Zusammenhang mit fallenden Aktienkursen etwas mit der natürlichen Risiko-Aversion der Anleger zu tun hat. Frühere Studien hätten gezeigt, dass Menschen eher fürchten, Geld zu verlieren, statt eine Chance zu verpassen, Geld zu gewinnen. Um das Risiko eines Kaufs oder Verkaufs besser einzuschätzen, konsultieren Aktienanleger offenbar auch das Internet-Lexikon Wikipedia, heißt es in der NZZ.

Auch Google und Twitter haben Einfluss

Die US-Forscher weisen auf frühere Untersuchungen hin, die gezeigt hatten, dass ein Anstieg an Google-Suchanfragen mit dem Schlagwort "Schulden" oft mit sinkenden Börsenkursen im Zusammenhang stand. Sogar Twitterbeiträge könnten unter Umständen etwas über die Stimmung am Aktienmarkt aussagen.

Geld verdienen mit der "Wikipedia-Strategie"?

Das Team der Warwick Business School hat auch festgestellt, dass Handelsstrategien, die auf der Frequenz von Wikipedia-Abrufen beruhen, zu 141 Prozent höheren Profiten führen. Entsprechend hat die Studie unter Händlern Wellen geschlagen. Eine Firma in Boston soll einen Zugang zu den Abrufraten von Wikipedia-Sites auf ihrer Handelsplattform eingerichtet haben, um diese Strategie anzuwenden. Das habe eine höhere Rendite erzielt als die Zufallsstrategie.

as