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H&M: Aus der schwedischen Provinz an die Spitze der Welt Die Geschichte hinter der bekannten Marke

 H&M-Gründer Erling Persson

Ein Visionär
1946 bereiste der Schwede Erling Persson die USA. Zurück kam er mit einer ebenso simplen wie genialen Idee: ein Damenmodegeschäft für günstige Kleidung.

H&M: Aus der schwedischen Provinz an die Spitze der Welt Die Geschichte hinter der bekannten Marke

 H&M-Gründer Erling Persson

Ein Visionär
1946 bereiste der Schwede Erling Persson die USA. Zurück kam er mit einer ebenso simplen wie genialen Idee: ein Damenmodegeschäft für günstige Kleidung.

Hennes Laden

Alles "für sie"
Am 4. Oktober 1947 eröffnete Persson sein erstes Damenmodegeschäft "Hennes" im schwedischen Städtchen Västerås. "Hennes" ist schwedisch und bedeutet so viel wie "für sie", "ihres".

Widforss-Werbung

Der Konkurrenz abgejagt
1968 übernahm Persson den Jagdbekleidungshändler Mauritz Widforss, der auch Männer- und Kinderkleidung verkaufte. "Hennes & Mauritz" war geboren.

Erling und Stefan Persson

Jetzt ist Stefan dran
1982, nach 35 Jahren an der Spitze des Konzerns, übergab Gründer Erling Persson die Geschäfte an seinen Sohn Stefan.

H&M-Schaufenster mit roten Rabatt-Plakaten

Mit Fast Fashion zum Erfolg
Unter Stefan Persson vollzog H&M einen rasanten Aufstieg zum global agierenden Modekonzern. Das Erfolgsrezept lautete "Fast Fashion" – schnell wechselnde billige Mode.

H & M- Inhaber Karl-Johan Persson und sein Vater Stefan Persson mit Frauen

Die Rolle seines Lebens
Dass H&M ein waschechter Familienkonzern ist, stellten die Schweden 1997 erneut unter Beweis. Karl-Johan Persson, Enkel des Firmengründers, wird mit 33 Jahren Konzernchef. Eine Rolle, auf die er sein Leben lang vorbereitet wurde. Bereits als 15-Jähriger übernahm Karl-Johan erste Jobs in der Firma.

Tennisball im Netz

Verlieren ist keine Option
Der Junior hasst es zu verlieren. Laut "Svenska Dagbladet"  hatte Karl-Johan einst im Alter von 13 Jahren ein Tennismatch gegen den späteren Weltstar Thomas Johansson haushoch verloren und war danach nie wieder zu Wettkämpfen angetreten.

Menschentraube mit Schirmen vor einem H&M-Shop in China

Jede Woche eine neue Filiale
Auch als H&M-Chef agiert Persson Junior angriffsfreudig. Unter seiner Führung treibt das Unternehmen die globale Expansion voran. Allein in den Jahren 2006 bis 2016 kletterte die Zahl der Filialen von 1.345 auf 4.351.

H&M-Home Store

Home, sweet home?
Doch nicht nur die Kernmarke H&M expandiert. Parallele Marken wie COS, Weekday und die Heimeinrichtungskette H&M Home sollen neue Verkaufsimpulse bringen.

Online-Shopping-Button

Verschlafenes Management
Doch das Konzept geht nicht auf. Während Persson auf die Einführung neuer Marken setzt, verschläft H&M den Trend zum Onlineshopping. Konkurrenten wie Zara und Amazon wissen das zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Schwarzer Junge in grünem Kapuzenpullover mit Aufdruckt

Rassismus-Vorwürfe nach Skandal-Foto
Anfang 2018 zeigt H&M in einer Werbekampagne einen dunkelhäutigen Jungen im grünen Pulli, auf dem "Coolest Monkey in the Jungle" steht. "Rassismus" schimpfen Kunden weltweit, in Südafrika kommt es zu gewaltsamen Protesten.

Schwedische Familienbande
Analysten und Branchenkenner fordern: Persson Junior müsse an der H&M-Spitze abgelöst werden. Die Sache hat nur einen Haken: Persson Senior ist Aufsichtsratschef – und steht als solcher voll hinter seinem Sohn.

Schwedische Flagge

Noch ein Superlativ
Trotz eines Kurseinbruchs der H&M-Aktie von mehr als 50 Prozent binnen drei Jahren ist Stefan Persson, der rund 40 Prozent der Anteile hält, mit einem Vermögen von rund 16 Milliarden Euro immer noch der reichste Mann Schwedens.

Ramsbury

Britische Idylle, rosarote Brille?
Übrigens: Bereits in den 1990er Jahren verwendete Stefan Persson einen Teil seines Vermögens, um im britischen Nest Ramsbury 3.440 Hektar Land inklusive Gutshof, Dorf, Pub und Brauerei zu erwerben. In dieser Inspektor-Barnaby-Idylle fällt es vielleicht auch leichter, die Augen vor den großen Herausforderungen zu schließen, vor denen der Konzern im 71. Jahr seiner Gründung steht.

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